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Kirche in WDR 5 | 03.12.2013 | 06:55 Uhr

Getauft und Gott geweiht

Wenn ich eine katholische Kirche betrete, gehe ich als erstes zum Weihwasserbecken im Eingangsbereich. Ich bekreuzige mich mit dem gesegneten Wasser und spreche dazu leise: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Das ist ein festes Ritual, was viele von Ihnen, verehrte Hörerinnen und Hörer, vermutlich kennen. Es erinnert an die Taufe, also an das erste Sakrament, das ein Christ empfängt.

Heute gedenkt die Kirche eines Mannes, der in seinem priesterlichen Leben zehntausende Menschen getauft hat: Franz Xaver. Er lebte im 16. Jahrhundert und war einer der Mitgründer des Jesuitenordens. Als Ordenspriester ging er nach Indien, verkündete den Menschen dort die Frohe Botschaft von Jesus Christus und taufte alle, die sich zum christlichen Glauben bekehrt hatten. Damit folgte er dem Taufbefehl Jesu. Denn Jesus hatte seine Jünger kurz vor seiner Himmelfahrt beauftragt: „Geht in alle Welt und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe“ (Mt 28,19f).

Nicht nur Franz Xaver hat diese Aufforderung ernst genommen. Die Kirche hat diesen Auftrag Jesu durch die Kirchengeschichte hindurch befolgt. Auch heute noch gehen Christen als Missionarinnen und Missionare in fremde Länder, um den Menschen dort von Jesus zu erzählen. Franz Xaver war davon überzeugt, dass die Menschen nur dann gerettet werden und das ewige Leben erlangen können, wenn sie getauft sind. Natürlich beließ er es nicht beim Ritual der Taufe, sondern lehrte vor allem die erwachsenen Menschen, ein Leben aus dem Glauben zu führen.

Bei uns in Deutschland werden heutzutage in den meisten Fällen Kleinkinder wenige Wochen oder Monate nach ihrer Geburt getauft. Eltern und Paten verpflichten sich in der Tauffeier, die Kinder im Glauben zu erziehen und selbst diesen Glauben vorzuleben. Das eigene Vorbild ist mehr denn je mitentscheidend, ob die Weitergabe des Glaubens gelingt oder nicht. Von dem französischen Schriftsteller und gläubigen Katholiken Paul Claudel stammt das passende Wort: „Rede über Christus nur dann, wenn du gefragt wirst. Aber lebe so, dass man dich nach Christus fragt.“

Genau das nehme ich mir immer vor, wenn ich mich mit Weihwasser bekreuzige. Ich denke daran, dass Gott mich in der Taufe als eines seiner Kinder angenommen hat. Ich danke ihm, dass er mir dadurch ewiges Leben verheißen hat. Zugleich aber denke ich auch daran, dass damit die Verpflichtung einhergeht, ein Leben zu führen, das seinem Willen entspricht. Das gesegnete Wasser und das Kreuzzeichen sind dafür nur äußere Zeichen.

Weihwasser kann man übrigens auch mit nach Hause nehmen. Menschen haben es in ihren Wohnungen und beginnen morgens den Tag, indem sie sich mit dem Wasser segnen.

Im neuen Gotteslob findet sich dazu ein sehr passendes Gebet des Benediktinermönches Anselm Grün:

„Segne mich, guter Gott,

und alles, was ich heute in die Hand nehme.

Segne meine Arbeit,

damit sie gelingt und auch anderen zum Segen wird.

Segne meine Gedanken,

damit ich heute gut über die Menschen denke.

Segne meine Worte,

damit sie in ihnen Leben wecken.

Segne mein Leben,

damit ich immer mehr das einmalige Bild verwirkliche,

das du dir von mir gemacht hast.

Segne alle Menschen,

die ich in meinem Herzen trage,

du, der gütige und barmherzige Gott,

der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.“

Einen von Gott gesegneten Tag wünscht Ihnen aus Paderborn Domvikar Gregor Tuszynski.

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