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Kirche in WDR 2 | 30.08.2016 | 05:55 Uhr

Gipfelkreuze

O-Ton: Atmo Berge

Autor: Einfach atemberaubend, dieses Panorama aus Wald, Schnee und Felsen! Dazu die klare Luft… und die Stille – beeindruckend. Gerade jetzt im Spätsommer lockt es wieder Tausende von Bergwanderern in die Alpen. Von Hütte zu Hütte geht es, von Gipfel zu Gipfel. Und dort oben findet sich ganz oft ein Kreuz, ein Gipfelkreuz. Das war nicht immer so:

O-Ton: Das war im Krieg dann so, dass sich die Kameraden, Kriegskameraden ein Gelübde abgelegt haben, dass wenn man heil vom Krieg heimkommen, wenn man gesund von der Gefangenschaft heimkommen, dann setzen wir ein Kreuz dort auf den Gipfel oder irgendwo hinauf und machen jedes Jahr eine Gedenkmesse mit der Familie.

Autor: erzählt Rudi Schonner, er ist seit 40 Jahren Bergführer im Wilden Kaisergebirge in Österreich. So sind die allermeisten Kreuze, die heute die Berge in den Alpen krönen nach dem zweiten Weltkrieg entstanden. Sie sind also weniger Zeichen des Sieges oder der Krönung, sondern sie mahnen zum Frieden und zeigen, wie dankbar die Menschen waren, die überlebt haben. Und das gilt für Rudi Schonner auch heute noch, wenn man die Kreuze anschaut:

O-Ton: Für mich ist wichtig, niemandem etwas zu Leide tun, immer Freude bereiten. Die Gesundheit, das ist das größte Gut, das der Mensch haben kann. Er kann auf einen Berg gehen, kann die Tour genießen, kann die Blumen anschauen, wenn Du hinüber schaust, die blauen Blumen – wunderbar.

Autor: Das ist für den Bergführer aus Tirol die stille Botschaft der Gipfelkreuze. Ist das nun ausgesprochen christlich oder doch eher volkstümlich? Ich glaube, das kann man nicht trennen. Auf jeden Fall steht das Kreuz auf dem Gipfel für eine Botschaft: Mensch, geh achtsam mit Deinem Leben um. Mit deinem eigenen und auch dem deiner Mitmenschen.

Nun gibt es neuerdings Stimmen, die sagen: Wir leben in einer pluralen Gesellschaft, in der alle Religionen ihren Platz haben. Man sollte die Gipfelkreuze daher besser durch neutrale Symbole ersetzen. Der Bergführer teilt diese Ansicht nicht:

O-Ton: Habe ich auch schon gehört. Aber wir sind Tiroler Land und wir sind katholisch und da sollen wir schon das Kreuz beibehalten.

Autor: Das sehen auch Nichttiroler so. Der Düsseldorfer Pfarrer Matthias Schreiber ist selbst jedes Jahr für ein paar Tage Bergwandern. Auch für den Protestanten ist wichtig:

O-Ton: Ich glaube, dass die Tradition, warum die Menschen die Kreuze aufgestellt haben, zum Teil als Erinnerung an ihre Kriegskameraden, zum Teil als Erinnerung an Feuerbrände in den Orten unten und an Bewahrung vor Gewittern, das ist nicht gegen andere Religionen gerichtet und da müssen wir uns nicht für schämen und das müssen wir nicht abbauen und das müssen wir nicht immer im Vergleich gegen andere abwerten.

Autor: Hinter jedem Gipfelkreuz steht eine Lebensgeschichte. So wie beim Kreuz von Jesus Christus auch, als Zeichen für Leben und Auferstehung. Gerade das macht das Kreuz als Symbol so wertvoll und einzigartig. Als Wanderer mag man diese Geschichte eines Gipfelkreuzes im Einzelnen nicht kennen. Aber ich nehme wie Pfarrer Matthias Schreiber zumindest einen Eindruck mit, der wohl alle Kreuze dort oben miteinander verbindet:

O-Ton: Eine Mischung aus Ermutigung und Hoffnung, aber auch aus Demut und Respekt vor der Schöpfung.

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