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Kirche in WDR 4 | 02.11.2015 | 08:55 Uhr

Glaube handgreiflich: AUFRICHTEN

Guten Morgen!

‚Machen Sie mal eine charakteristische Handbewegung!’

Die Älteren werden sich noch an dieses legendäre Fernsehformat erinnern: Robert Lembkes heiteres Beruferaten, über dreihundert Folgen in über dreißig Jahren. Zum Ritual dieser Sendung gehörte der immer gleiche Anfang: ‚Machen Sie mal eine charakteristische Handbewegung!’

Was, wenn der ‚liebe Heiland’ selbst einmal zu Gast in dieser Sendung gewesen wäre. Ob es eine ‚Handbewegung’ gibt, die für ihn und für seine ‚Berufung’ charakteristisch ist?

Ich stelle mir vor, er hätte eine zupackende und aufrichtende Geste gemacht, so zupackend und aufrichtend wie in der unglaublichen Geschichte, die in der Bibel von ihm erzählt wird:

Die Handlung spielt in einem der Orte am Ufer des Sees im Norden Israels. Jairus heißt der Synagogen-Vorsteher, der Jesus zu Füssen fällt mit seiner Bitte: Meine Tochter liegt im Sterben. Komm und leg ihr die Hände auf, damit sie gesund wird und am Leben bleibt!

Jesus lässt sich nicht lange bitten und macht sich gleich auf den Weg. Wie so oft, sind es viele Menschen, die ihn dabei begleiten und sich an ihn drängen.

Damit es überhaupt ein Fortkommen gibt, haben die engsten Freunde einen Ring gebildet, um den Meister zu schützen. Doch der bleibt plötzlich stehen und fragt hinter sich: Wer hat mich berührt? Die Freunde reagieren ärgerlich: Du siehst doch, wie die Leute sich drängen.

Da gibt sich eine Frau zu erkennen, die über Jahre an Blutungen litt. Sie war Jesus gefolgt, hatte aber nicht den Mut, ihn anzusprechen. So hatte sie in der Hoffnung auf Heilung im Gedränge unbemerkt sein Gewandt berührt und gleich danach Linderung gespürt.

Jesus hatte sie buchstäblich im Vorübergehen heil und gesund gemacht. Noch hatte sich der Tumult um diesen Zwischenfall nicht gelegt, da kamen Leute aus dem Haus des Jairus mit der traurigen Nachricht: Deine Tochter ist gestorben. Du brauchst den Meister nicht länger zu bemühen.

Jesus hört die Nachricht und überhört sie ganz bewusst. Mit den engsten Freunden geht er in das Haus. Mach dir keine Sorgen, sagt er zu Jairus, das Mädchen schläft nur. Er nimmt in Kauf, von den Umstehenden ausgelacht zu werden. Schließlich hatte die rituelle Totenklage bereits begonnen. Nur die Eltern dürfen mit in den Raum, in dem das tote Mädchen liegt.

Was jetzt kommt, stelle ich mir gerne in Zeitlupe vor:

ER FASST DAS MÄDCHEN AN DER HAND UND SAGT ZU IHM: STEH AUF!

Hier überliefert die biblische Erzählung sogar den O-Ton. In der Muttersprache Jesus heißt das: Talita kum!

Dietmar Schmidt, ich bin Pastor in Bochum.

Was ich mir wünsche am Morgen dieses Allerseelentags?

Etwas vom hartnäckigen Glauben der Frau, die nach seinem Gewand gegriffen hat.

Ob mir heute gelingt, aufs neue Seine Nähe zu suchen,

wenn ich nicht mehr weiterweiß?

Etwas von der geduldigen Hoffnung des Jairus, der gegen allen Augenschein

auf Jesu Wort gesetzt hat.

Ob mir gelingt, die Hoffnung auf Ihn und Sein Heil

auch dann noch durchzuhalten, wenn andere darüber nur lachen können?

Etwas von der Souveränität des Meisters, der bereit war, auch Tabus zu brechen.

Ob ich heute mutig zupacken und mithelfen kann, andere aufzurichten?

Und vor allem, wenn es einmal in meinem Leben und Sterben darauf ankommt, etwas von der beglückenden Erfahrung des Mädchens, die noch in der Dunkelheit des Todes Seine Hand gespürt hat und Seine Stimme hören durfte, die ins Leben ruft: Talita kum!

Diese Jesus-Geschichte lässt mich ahnen: Glaube ist hand-greiflich.

Gott sei Dank.

Copyright Vorschaubild: Jairus Hayeur JF CCBY Sa 2.0 flickr

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