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Kirche in WDR 3 | 07.11.2015 | 07:50 Uhr

Glaube handgreiflich: Bezeugen

Guten Morgen,

schade, dass wir uns jetzt nicht sehen können. Ich möchte Sie nämlich interessieren für die ungewöhnliche Frage, was Hand und Mund gemeinsam haben?

Richtig: Beide können sprechen! Ein guter Redner, der die Menschen, die ihm zuhören, wirklich erreichen will, unterstreicht seine Worte mit anschaulichen Gesten. Das funktioniert sogar im Rundfunk; auch wenn der Sprecher gar nicht zu sehen ist. Man hört es dem Text an, ob er ‚runtergelesen’ oder lebendig vorgetragen ist.

Ja, Gesten können einen Text nicht nur unterstreichen, sie können das gesprochene Wort unter Umständen sogar ersetzen: Eine tastende Berührung der Hände nach einem Streit, der die Partner stumm gemacht hat: Komm, lass uns wieder gut sein. Ein stiller Händedruck am Grab: Ich bin bei dir und verstehe deinen Schmerz. Die Hand der Mutter auf dem Kopf des Kindes: Du brauchst keine Angst zu haben.

Es gibt eben nicht nur den sprichwörtlich kurzen Weg ‚von der Hand in den Mund’; Es gibt erkennbar auch eine direkte Verbindung ‚vom Mund in die Hand’. Gebärdendolmetscher machen sich diesen Zusammenhang zunutze und verwandeln so das gesprochene Wort in verabredete Handzeichen. 1.30

Ich finde es ausgesprochen faszinierend, wie kreativ und treffsicher Jesus seine Botschaft mit der Sprache seiner Hände veranschaulicht hat.

Dem Taubstummen, den sie zu ihm brachten mit der Bitte um Berührung, legt er einfach seine Finger in die Ohren und auf die Zunge: Effata! Öffne dich!

Ein Wort und der Kranke ist geheilt. Von wie viel Not hat er sich so berühren lassen; wie viele Menschen hat er mit seinen Händen berührt und heil gemacht; wie viele Kinder hat er in seine Arme genommen; wie viele Gebeugte hat er mit seiner Hand aufgerichtet.

Er hat sich nicht gescheut, die Totenbahre anzufassen und den jungen Mann, der darauf lag, ins Leben zu rufen. Er hat dem Petrus seine Hand gereicht und ihn so vom Untergang gerettet. Noch am Abend vor seinem Tod hat er mit seinen Händen das Brot gebrochen und diese Geste zu einem Zeichen gemacht, das bis heute gilt.

Und ganz am Ende seines Lebens hat er, noch am Kreuz, die Arme weit ausgebreitet, wie eine Einladung: „und ich, wenn ich über die Erde erhöht bin, werde alle zu mir ziehen“.

Darauf hat er sich buchstäblich festnageln lassen. Den völlig verwirrten Freunden, denen er nach seiner Auferstehung begegnet, ruft er zu: Fasst mich doch an! Ich bin doch kein Gespenst! Und so, als wollte er alle Hand-Zeichen seines kurzen Lebens in einer Geste zusammenfassen, breitet er beim Abschied auf dem Berg noch einmal die Hände aus, so wie am Kreuz, jetzt um die Freunde zu segnen und ihnen zu versprechen: Ich bin bei euch, alle Tage, bis zum Ende der Welt.

Dietmar Schmidt, Ich bin Pastor in Bochum.

Was ich mir wünsche am Ende dieser Woche?

Vor allem kurze Weg vom Mund in die Hand: Dass alles, was ich sage, besonders im Dienst der Verkündigung, möglichst auch gedeckt ist durch das, was ich tue.

Und dass alle Zeichen, die ich tue, besonders morgen im Gottesdienst, so glaubwürdig gelingen, dass sie zum Zeugnis werden können.

Jesus hat es uns vorgemacht: menschenfreundlich, hautnah und vor allem: hand-greiflich.

Gott sei Dank!

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