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Hörmal | 07.02.2016 | 07:45 Uhr

Glauben ist wie Sex

Glauben ist wie Sex. Oder? Ich finde schon. Jedenfalls könnte man mal drüber nachdenken heute am Karnevalssonntag. Es braucht Liebe, es gibt Höhepunkte, man kann es lernen, es geht schlecht allein. Ja, für mich passt der Vergleich: Glauben ist wie Sex. Auf jeden Fall braucht beides Liebe: Wenn’s gut gehen soll, geht beides ohne Gewalt, also ohne dass einer übergriffig wird. Damit das gleich klar ist, gerade jetzt im Karneval. Zwang und einseitige Machtansprüche haben da nichts verloren. Denn solche Gewalt ist doch pervers: beim Sex genauso wie im Glauben. Und wer andere mit Gewalt und Vorschriften zu ihrem Glück zwingen will, erreicht damit immer nur neue Tiefpunkte. Die Geschichte der Religionen, auch unserer Kirchen, hat da leider einiges zu bieten.

Höhepunkte erreicht man nicht mit Gewalt, sondern mit Werben, mit Liebe und Vertrauen... und am besten zu zweit. OK, da ist auch ein Unterschied. Beim Glauben sind oft viele zusammen und nicht bloß zwei, und man kommt sich nicht so nahe. Aber: Alleine läuft im Glauben und im Sex jedenfalls nicht viel. Natürlich kann man es auch alleine probieren – manche sagen: Zum Glauben brauche ich keine Kirche, das mach ich mit mir selber aus – aber mehr Erfüllung bringt es eben, wenn man nicht alleine bleibt. Unangenehme Begegnungen können einem allerdings auch die Freude zerstören und den Spaß vertreiben. Man muss eben die richtigen Partner finden.

Jesus war da übrigens ziemlich phantasievoll: Denn die, die schon immer dabei waren und alles bestimmen wollten, hat er manchmal ausgeladen, um stattdessen neue Partner einzuladen. Den Zolleintreiber, die Prostituierte, den armen Fischer, … Das müssen damals ziemlich fröhliche Feste gewesen sein: Als „Fresser und Weinsäufer“ wurde Jesus deswegen verspottet. Aber so geredet haben natürlich nur die, die nicht dabei waren. Die anderen waren begeistert von diesem neuen Glauben.

Auch darum geht es: Manchmal möchte man noch was dazu lernen. Und dann weiß man gar nicht so richtig, wie und wen man fragen kann. Glauben und Sex sind beides sehr intime Angelegenheiten. Es könnte peinlich wirken, wenn man da echte Fragen hat. Da müsste man mal was gezeigt bekommen und ausprobieren dürfen.

Über Sex hat Jesus nie ausdrücklich geredet. Aber was er über den Glauben sagte und wie er seinen Glauben lebte: Das macht Mut und Lust in allen Lebensbereichen! Für Jesus gab es eine ent-scheidende Lebensregel: „Liebe Gott und deinen Nächsten wie dich selbst!“ Die Liebe ist das Wichtigste. Zu Gott, zum andern und zu sich selbst. Da kommt eine Balance zum Ausdruck, die mich fasziniert. Es geht bei Jesus nicht um starre Regeln und feste Grenzen, sondern eben um diese Balance: „Liebe Gott und deinen Nächsten wie dich selbst!“ Da steckt Bewegung drin und Veränderung und ganz viel Spielraum.

Das alles zusammen ist wichtig im Glauben genauso wie beim Sex. Was bedeutet, dass man nicht alles nach- und mitmachen muss oder gar ein Leben lang genauso weiter macht. Im Gegenteil: Was heute gut ist, kann morgen schon schrecklicher Krampf sein. Und was gestern vollkommen normal war, ist heute nur noch komisch. Ist doch eigentlich auch klar, dass zum Beispiel Jugendliche da anders fühlen als ihre Eltern – und die wiederum anders als die Großeltern.

Es bleibt ein Leben und Lernen. Allerdings: Ganz weglassen kann und sollte man weder das eine noch das andere. Wäre doch irgendwie auch schade – oder?

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