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Kirche in WDR 4 | 17.01.2014 | 08:55 Uhr

Glückwünsche

Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer!

Mir ist im Moment gleichgültig, ob sie evangelisch, katholisch oder nichtgläubig sind. Wenn Sie Anton, Toni oder Antonia heißen, wünsche ich Ihnen viel Glück und viel Segen zu ihrem Namenstag. Heute steht auf dem katholischen Kalenderblatt „Antonius, Mönchsvater in Ägypten“. Auch derjenige, der grundsätzlich nur seinen Geburtstag feiert, freut sich über Glückwünsche.

Selbst bei frommen Katholiken ist der Mönch Antonius aus der Wüste kaum bekannt. Der gelehrte Franziskanerpater Antonius von Padua ist als Namensgeber viel beliebter. Eigenartigerweise wird der Wüstenmönch Antonius immer mit einem Schwein dargestellt. Es trägt um den Hals ein Glöcklein, und sein Herrchen führt es an der Leine wie einen Hund. Ich habe mich lange gewundert, weshalb ein Mönch aus der Wüste, zusammen mit einem fetten Schwein porträtiert wird. Als Fleischlieferant zu einem Grillfest mitten im Januar eignet er sich schwer. Eiseskälte und Frost lassen zittern, aber nicht grillen. Außerdem wäre es ein wenig abartig, das Vertrauen des Schweines auszunutzen und es am Halsband zur Hinrichtungsstätte zu führen. Bei so etwas Absurdem würden die Tierschützer und Vegetarier zu recht protestieren. Antonius kam auf das Schwein, weil seine Mönche oft eine Schweinezucht betrieben. Vom Kaiser erhielten sie das Privileg, ihre Schweine überall kostenlos weiden zu dürfen. Deshalb wurde der Klostergründer mit einem Schwein dargestellt.

Ich habe einige Jahre in einer kleinen Antoniusgemeinde gearbeitet. Damals fiel mir das Schwein beim Antonius zum ersten Mal auf. Im Dialekt der Bevölkerung hieß der Wüstenmönch der „Ferkes Tün“. Um seinen Tag herum feierte die Gemeinde ihr Fest. Dabei pflegte sie einen eigenartigen Brauch. Zunächst lief alles ab wie überall. Die Gemeinde versammelte sich in der Kirche zum Festgottesdienst. Auf dem Kirchplatz hatte man schon mit vielen Tricks Grillkohlen angezündet. Der Grillmeister wärmte sich am Feuer, auf dem sich ein Spieß drehte. Ein Ferkel wurde gegrillt. Als das Hochamt zu Ende war, stürzten die Menschen sofort auf den Grill zu. Um ihn herum bildete sich ein Kreis, der sich aufwärmte und gleichzeitig scharf beobachtete, ob das Ferkel gar war. In der ersten Reihe bekam man die besten Fleischportionen. Die Schwarte glänzte im Fett, als der Grillmeister zu schneiden anfing. Das mitten im Januar gegrillte Schwein war für die Menschen etwas ganz Besonderes. Ohne das Spanferkel wäre das Heiligenfest halb so schön gewesen. Um der Kälte zu trotzen, wurde auch Hochprozentiges gereicht. Alles gab es umsonst. Vegetarier und Antialkoholiker werden die Nasen rümpfen. Trotzdem war es wichtig, dass eine Dorfgemeinschaft sich mitten im Winter zum Antoniusfest traf und froh feierte. Hehre Gedanken alleine führen Menschen nicht zusammen. Dadurch, dass man das Schwein des Antonius gemeinsam verzehrte, kam man sich trotz Kälte näher.

Der Antonius und die Menschen haben eben Schwein gehabt.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie heute Schwein haben, egal wie Sie heißen. Ihr Albert Damblon aus Mönchengladbach

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