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Kirche in WDR 5 | 26.10.2018 | 06:55 Uhr

Gott ergreift Partei

Guten Morgen,

es gibt immer wieder Menschen, die der Kirche einen ganz bestimmten Platz zuweisen wollen. Die Kirche soll wahlweise für Werte sorgen, Traditionen pflegen oder gar das sogenannte christliche Abendland verteidigen und sich ansonsten um den inneren Seelenfrieden ihrer Mitglieder kümmern.

Viele meinen auch ganz genau zu wissen, was nicht Aufgabe der Kirche ist. Das erlebe ich immer wieder, wenn ich mich für geflüchtete Menschen einsetze. Das spüre ich, wenn ich auf die Situation von Kindern hinweise, deren Eltern sie nicht ausreichend versorgen können. Das kommt mir entgegen, wenn ich über die schwierigen Lebensverhältnisse von Menschen in afrikanischen Staaten spreche, wo es für viele kaum Chancen für ein gutes Leben gibt. Das wird angemerkt, wenn ich davon spreche, dass wir mit unserer Schöpfung achtsam umgehen müssen, damit sie auch für zukünftige Generationen bewohnbar bleibt.

Ich frage: Gibt es wirklich beliebig viele Möglichkeiten, wofür die Kirche einsteht und eintritt? Nein, Christenmenschen sind festgelegt. Denn die biblische Tradition ist der Platzanweiser für die Kirche: Denn Gott selbst ergreift Partei. Er ist ein Vater der Waisen. Gott ist ein Helfer der Witwen. Er bringt die Einsamen nach Hause. Und Gott führt die Gefangenen heraus, dass es ihnen wohl gehe. Gott tritt für gerechte Verhältnisse ein. (1)

Gott steht also an der Seite der Bürgerinnen und Bürger im Land, die am wenigsten versorgt sind. Er steht auf der Seite der schwächsten Glieder der Gesellschaft. Nehmen wir die Witwen und Waisen, von denen in der Bibel die Rede ist. Denen fehlte es in biblischer Zeit am Nötigsten zum Leben. Heute denken wir an Kinder, die in Familien unterhalb der Armutsgrenze leben. Oder an alleinerziehende Mütter oder Väter, die es oft nur mit riesiger Mühe schaffen, nicht in die soziale Not abzurutschen. Oder an Menschen auf der Flucht. Oder Menschen, die Hunger leiden oder unter den Folgen von Kriegen.

Und für sie alle steht die Kirche ein. Denn Gott ist ein Helfer und Fürsprecher für Menschen in Not. Für alle, denen es am Nötigsten fehlt. Er sorgt sich darum, dass jeder Erdenbürger genug von dem hat, was er zum Leben braucht: Essen und Trinken, Wohnraum, ein Zuhause. Es geht Gott um das Miteinander der Menschen auf der ganzen Welt. Darum, dass alle genug haben. Es geht um Gerechtigkeit und Frieden auf Erden. Um Zusammenhalt der Menschheitsfamilie im „Haus der Welt“ (Martin Luther King).

In der Kirche, im Gottesdienst und in der Seelsorge, geht es natürlich immer darum, wie Menschen im Vertrauen auf Gott leben können: zuversichtlich, gelassen und mutig. Und es geht auch darum, wie Menschen mit sich, ihren Mitmenschen und Gott im Reinen getröstet sterben können.

Und es geht immer auch um unsere Welt und um unser Zusammenleben.

Gott hat der Kirche ihren Platz zugewiesen. Der Platz der Kirche ist nahe bei den Menschen - mittendrin.

Das meint Präses Manfred Rekowski aus Düsseldorf.

(1) Psalm 68,8: „Ein Vater der Waisen und ein Helfer der Witwen ist Gott in seiner heiligen Wohnung, ein Gott, der die Einsamen nach Hause bringt, der die Gefangenen herausführt, dass es ihnen woh(er)gehe.“

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