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Kirche in WDR 4 | 07.01.2016 | 08:55 Uhr

Gott existiert

Guten Morgen!

Gott existiert und er wohnt in Brüssel. Das ist der Untertitel eines Films, der im Dezember in unsere Kinos gekommen ist. Ein ziemlich verrückter und skurriler Film. Gott lebt mit seiner Frau und der 12jährigen Tochter Ea in einer Plattenbausiedlung in Brüssel. Und er ist gar nicht so, wie ich ihn mir und Sie sich ihn vielleicht vorstellen. Er ist ein Tyrann, oft schlecht gelaunt und cholerisch. Ständig denkt er sich neue Gebote aus, mit denen er die Menschen drangsalieren kann. Zum Beispiel: Das Brot fällt immer auf die Marmeladenseite oder es fängt immer an zu regnen, wenn man ohne Schirm unterwegs ist. Die Schlange an der Supermarktkasse, in der man selbst steht, kommt immer langsamer voran, als die anderen. Irgendwann hat die Tochter von Gott die Nase voll und will das nicht mehr mitansehen. Heimlich hackt sie sich in den Computer ihres Vaters, auf dem die Daten der ganzen Menschheit gespeichert sind und verschickt mit einem Klick an jeden Erdenbewohner die Nachricht mit seinem persönlichen Sterbedatum. Das Chaos lässt nicht lange auf sich warten. Hat sich da jemand einen schlechten Scherz erlaubt oder stimmt das wirklich? Die Menschen sind verunsichert und reagieren sehr unterschiedlich auf den Rest ihres Lebens. Für einige ändert sich alles, für andere gar nichts, weil sie nichts ändern wollen. Der junge Mann, dem noch 62 Jahre verbleiben, testet einfach mal, ob es stimmt und stürzt sich waghalsig aus dem Fenster, um danach heil aufzustehen. Für einen anderen ist es ganz klar, dass er in der verbleibenden Zeit die Titanic mit Streichhölzern nachbauen wird. Wieder eine Andere entdeckt ganz neue Seiten des Lebens und lebt sie aus.

Man muss den Film nicht mögen, man muss auch nicht seinen Humor haben. Was mich daran nachdenklich gemacht hat: Die kleine Rebellin Ea löst etwas bei den Menschen aus. Das Paradies ist jetzt, sagt sie ihnen, lebt jetzt, macht was mit eurer Zeit. Es ist egal, ob euch viel oder wenig Lebenszeit bleibt, wichtig ist, den Tag zu nutzen.

Das ganze Leben besteht aus vielen Augenblicken. Manche nehme ich bewusst wahr, andere rauschen einfach an mir vorüber. Manches entscheide ich ganz persönlich, anderes wird mir von anderen diktiert. Manchmal schleicht sich auch so ein Gefühl ein, als könnte ich gar nicht anders, als mich anzupassen an das, was mir von der Umgebung vorgeschrieben wird. Ich will keine Fehler machen. Ich riskiere nicht gerne etwas. Und ich merke: Wie oft vertue ich mein Leben mit unnötigem Streit, dauernden Machtkämpfen und unnützen Worten. Dass darüber manches auf der Strecke bleibt an Wünschen und Träumen, an Zusammenleben, an Aufeinander Acht haben, nehme ich hin. Warum eigentlich? Ich will dieses Jahr anders gehen. Und mich selbst fragen: Wofür will ich mir Zeit nehmen und wofür habe ich keine Zeit mehr? Womit fülle ich mein Leben? Mit dem täglichen Einerlei oder tue ich auch manchmal einfach etwas ganz Verrücktes, Ungeplantes, Langersehntes?

Ich glaube, Gott behütet und trägt mein Leben. Ganz anders als der Gott, der im Kinofilm dargestellt wird. Die Zeit, die mir geschenkt ist, jeder Tag, jeder Augenblick ist kostbar und unwiederholbar. Deshalb möchte ich leben in dieser Zeit, genießen und handeln, verändern und da sein, gestalten und Verantwortung übernehmen. Einfach die Zeit nutzen. Dank an die filmische Gottestochter, die mir das wieder bewusst gemacht hat.

Wofür nehmen Sie sich Zeit?

Herzlich grüßt Sie, Pfarrerin Annette Krüger aus Witten.

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