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Kirche in WDR 2 | 07.10.2014 | 05:55 Uhr

Gott ist kein Kölner

Auf der Kölner Domplatte kämpft die Mutter gerade mit ihrem IPad, um vielleicht doch noch den Dom in seiner enormen Größe digital mit nach Hause zu nehmen. Und während sie noch kämpft fragt der daneben stehende Sohn: „Was ist denn da drin?“ „Nee jetzt“, sagt der Opa, der auch noch dabei steht. „Das weißt du nicht? Da wohnt doch der liebe Gott drin!“

Das wird alle Kölner freuen: Der liebe Gott wohnt in Köln. Natürlich im Dom. Und er soll ja auch recht haben, der Opa. Dass Gott in Kirchen wohnt, nehmen wir ja allgemein an. Und doch ist das ja eher eine Antwort, die fragende Kinder zufrieden stellen soll, als dass sie uns wirklich beantwortet, wo wir Gott finden, wenn wir ihn denn suchen. Sicher waren Kirchen, aber auch Moscheen und Tempel immer von ihren Erbauern so gedacht, dass Menschen hier die Größe und Erhabenheit Gottes spüren konnten. Aber für eine Wohnung dürfte solch ein Haus doch etwas zu klein sein. So gibt der Prophet Jesaja im letzten Kapitel seines Buchs die folgenden Gottesworte wider: „Die Himmel sind mein Thron und die Erde der Schemel für meine Füße.“ Um eine solche Größe in dieser Welt fassbar zu machen, ist selbst die enorme Größe eines Kölner Doms erst ein kleiner Anfang.

Aber Größe ist ja nun bekanntlich nicht alles. Und die Frage, wo Gott wohnt, treibt User in Internetforen zu weit umfassenderen Antworten. Da liest man: „In uns.“ und „Um uns.“ und „Überall.“ und „In meinem Herzen.“ Andere meinen sogar, dass er immer da ist, wo man ihn am wenigsten vermutet, oder in allem, was lebt, oder aber in den Himmeln.

Aber selbst solche Antworten erscheinen zu knapp und einfach, weil das Rätsel und Geheimnis Gott doch vielschichtiger ist. Gott ist größer, als wir es uns überhaupt vorstellen können. Auf die Frage: „Wo wohnt Gott?“ finde ich eine kluge und poetische Antwort in einem Kirchenlied. Es heißt „Gott wohnt in einem Lichte, dem keiner nahen kann“ und handelt zunächst von der Größe und Unfassbarkeit dieses Gottes. Gleichzeitig aber heißt es dort: „Und doch bleibt Gott nicht ferne, / ist jedem von uns nah. / Ob er gleich Mond und Sterne / und Sonnen werden sah, / mag er dich doch nicht missen / in der Geschöpfe Schar, / will stündlich von dir wissen / und zählt dir Tag und Jahr.“

Und wo ist nun Gott? Nichts gegen den Kölner Dom, aber die Antwort, dass er uns stets nahe ist, gefällt mir deutlich besser.

Copyright Vorschaubild:vincent desjardins CCBY 2.0 flickr

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