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Choralandacht | 05.04.2014 | 07:50 Uhr

Gott Lob, der Sonntag kommt herbei (EG 162)

Autorin: „Schönes Wochenende!“ Spätestens ab Freitagmorgen klingt es mir überall entgegen. Auf den Fluren des Landeskirchenamtes, beim Einkaufen im Supermarkt, wenn ich den Nachbarn auf der Straße begegne – freitags wünschen mir alle ein „schönes Wochenende“. Gemeint ist wohl: Ausschlafen, nicht zur Arbeit müssen, gemütlich frühstücken, Freunde treffen, Zeit haben, die Unterbrechung nutzen – bis am nächsten Montag die neue Woche beginnt. Ein Blick in den Terminkalender führt den Rhythmus vor Augen: Breite und lange Spalten für Montag bis Freitag. Platz genug für jede Menge Termine. Für Samstag und Sonntag ein gemeinsames kleines Kästchen ganz unten. Wochenende eben.

Schon von Kind an kamen mir diese Kalender seltsam falsch vor. Das muss mit einem meiner Lehrer in der Grundschule zusammenhängen. Eigentlich ein zurückhaltender Mann. Aber wenn es um das Wochenende und den Sonntag ging, dann konnte er leidenschaftlich werden. „Für Christen fängt die Woche mit dem Sonntag an!“ Das sagte er oft. Er sagte es energisch. Und er sagte es so, dass wir ahnten: An dieser scheinbaren Kleinigkeit hing für ihn viel.

Mag sein, dass ich aus diesem Grund das folgende Lied aus unserem Gesangbuch besonders gern singe:

Musik 1: Choral (1. Strophe)

Gott Lob, der Sonntag kommt herbei, / die Woche wird nun wieder neu./ Heut hat mein Gott das Licht gemacht, / mein Heil hat mir das Leben bracht. / Halleluja.

Autorin: Eine beschwingte Melodie. Tänzerisch. Voller Leben. Ursprünglich gehört sie zu einem alten Osterlied. Ja – dieses Sonntagslied ist selbst ein Osterlied. Ein Lied, das uns auch jetzt, mitten in der Passionszeit, zusingt: Der Sonntag ist die große Ausnahme. Am Sonntag feiern wir das Unerwartete. Den Sieg des Lebens über den Tod, den Sieg des Lichts über alle Finsternis.

Gott Lob, der Sonntag kommt herbei, die Woche wird nun wieder neu:

In diesen Worten klingt die biblische Ostergeschichte an. Das Wunder dieser Geschichte begleitet bis heute jeden Wochenbeginn.

Sprecher: Und sie kamen zum Grab am ersten Tag der Woche, sehr früh, als die Sonne aufging. Und sie sprachen untereinander: Wer wälzt uns den Stein von des Grabes Tür? Und sie sahen hin und wurden gewahr, dass der Stein weggewälzt war; denn er war sehr groß. (Markus 16, 2-4)

Autorin: An jenen Tag vor beinahe 2000 Jahren erinnert seither jeder Sonntag: Es ist der Tag, an dem Jesus Christus vom Tod zum Leben auferstand. Im Jahre 321 machte der römische Kaiser Konstantin den Sonntag offiziell zum Tag des Herrn.

„Heut hat mein Gott das Licht gemacht“: Vom Sonnenaufgang am Ostermorgen lässt das Lied den Blick weit zurückschweifen auf die biblische Schöpfungsgeschichte; vom Auferstehungstag zurück zum Beginn allen Lebens auf der Erde.

Sprecher: Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht. Und Gott sah, dass das Licht gut war. Da schied Gott das Licht von der Finsternis und nannte das Licht Tag und die Finsternis Nacht. Da ward aus Abend und Morgen der erste Tag. (1. Mose 1, 3-5)

Autorin: Am ersten Tag schuf Gott das Licht. Heute!, jubelt das Lied und macht einen kühnen Sprung vom ersten Schöpfungstag ins Jetzt: Heut hat mein Gott das Licht gemacht. Wie ein Sonnenaufgang kommt der Sonntag daher. An diesem Tag taucht der Schöpfer alles in neues Licht. Der Auferstandene spricht zu uns. Was immer wir in der neuen Woche vor uns haben; was immer wir aktiv in die Hand nehmen können oder aushalten müssen: Es wird vom Licht des Sonntags beschienen sein – und von seiner hellen, wärmenden Kraft.

Musik 1: Choral (2. Strophe)

Das ist der Tag, da Jesus Christ / vom Tod für mich erstanden ist / und schenkt mir die Gerechtigkeit, / Trost, Leben, Heil und Seligkeit. / Halleluja.

Autorin: Johann Olearius, der Dichter des Liedes, stammte aus einer berühmten Theologenfamilie in Sachsen. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde er geboren. Später war er selbst Theologe und Pädagoge. Er hat gepredigt und gelehrt. Und dabei vor allem eines gelernt: Wenn uns etwas wirklich bewegen soll, dann reicht es nicht zu hören und zu verstehen. Dann muss unser Herz berührt werden.

So begann Olearius geistliche Lieder zu dichten. Die kommen von Herzen und gehen zu Herzen. Sie wollen weder erklären noch belehren. Sie wollen keine objektiven Wahrheiten verkünden. Sie singen von mir und haben mein Leben im Blick.

Jesus Christ - für mich vom Tod erstanden; mir schenkt er neues Leben. Es ist, als sei das Halleluja am Schluss jeder Strophe ein Jubel über dieses Geschenk. Mir kommt zugute, was damals geschah: Meine neue Woche steht im Licht des Lebens. Ich werde an keinem Tag der Woche ohne Trost sein. Und am Ende meines Lebens wird der Tod nicht das letzte Wort behalten.

Musik 1: Choral (3.Strophe)

Das ist der rechte Sonnentag, / da man sich nicht g´nug freuen mag, / da wir mit Gott versöhnet sind, / dass nun ein Christ heißt Gottes Kind. / Halleluja.

Autorin: Wenn das kein Grund zur Freude ist: Wir müssen unser Glück nicht schmieden, den Sinn unseres Lebens nicht herstellen, wir brauchen uns nicht erst wertvoll zu machen. Daran erinnert jeder Sonntag. Wie ich das Tageslicht und mein Leben nur empfangen kann, jeden Tag neu – so verdanke ich auch das, was mein Leben wirklich lebenswert macht, nicht mir selbst. Das Wichtigste wird mir geschenkt: Dass ich geliebt bin. Dass ich getröstet werde. Dass mir jemand Hoffnung zuspricht. Dass jemand für mich da ist. Dass ich Gottes Kind heiße.

Über dem Sonnentag liegt zugleich der Glanz des siebten Tages. Der Glanz des Sabbats, an dem Gott die Schöpfung vollendete. Der Tag der Ruhe und der Vollendung.

Sprecher: So vollendete Gott am siebenten Tag seine Werke, die er machte, und ruhte am siebenten Tage von allen seinen Werken, die er gemacht hatte. Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, weil er an ihm ruhte von allen seinen Werken. (1. Mose 2,2f)

Autorin: In einer alten jüdischen Überlieferung wird erzählt: Gott sprach zu den Kindern Israels, als er ihnen die Tora – die gute Weisung Gottes – gab: „Meine Kinder! Wenn ihr die Tora annehmt und meine Gebote befolgt, will ich euch auf ewig etwas höchst Kostbares geben, das ich besitze.“ „Und was“, fragte Israel, „ist diese Kostbarkeit, die du uns geben willst, wenn wir deine Tora befolgen?“ „Die zukünftige Welt!“ „Zeige uns in dieser Welt ein Beispiel für die zukünftige!“ „Der Sabbat ist ein Bild der zukünftigen Welt.“

Musik 2: Choral (4.Strophe)

Mein Gott, lass mir dein Lebenswort, / führ mich zur Himmelsehrenpfort, / lass mich hier leben heiliglich / und dir lobsingen ewiglich. / Halleluja.

Autorin: Auch der Sonntag: Ein Bild der zukünftigen Welt. Ein Fingerzeig auf die Welt Gottes. Schon heute. In der zukünftigen Welt Gottes hat der Tod seine Macht verloren. Da ist die Liebe stärker als der Hass. Da vertreibt das Licht alle Dunkelheit. In dieser Welt werden wir leben – am Ende der Zeit.

Kann eine Woche schöner beginnen als mit dieser Aussicht? Gott Lob, der Sonntag kommt herbei, die Woche wird nun wieder neu.

Ihnen einen gesegneten Sonntag und eine gute neue Woche voller Licht und Leben!

Musik 1: Choral (1. Strophe)

Gott Lob, der Sonntag kommt herbei, / die Woche wird nun wieder neu./ Heut hat mein Gott das Licht gemacht, / mein Heil hat mir das Leben bracht. / Halleluja.

Musikangaben:

Musik 1

CD-Titel:Gottes Tag sei gelobt

Track:cGott Lob, der Sonntag kommt herbei

Track-Nr.7

Text: Johann Olearius

Komponist: Nikolaus Hermann

Chor: Kleine Kantorei des Christlichen Sängerbundes

Leitung: Horst Krüger

LC-Nr.: 00064

Verlag: Singende Gemeinde

Musik 2

CD-Titel: WDR-Kompilation

Track-Titel: Gott Lob, der Sonntag kommt herbei

Track-Nr.13

Komponist: Gotthard Erythräus

Chor: Kantorei Barmen-Gemarke

Leitung: Helmut Kahlhöfer

LC-Nr.: Z2323

Verlag: Bärenreiter

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