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Kirche in WDR 2 | 05.08.2014 | 05:55 Uhr

Gott sieht mich

Marion war ganz aufgeregt. „Es hat funktioniert!“, ruft sie. „Kaum zu glauben, aber es funktioniert.“

Sie kommt gerade von der Ergo - der Ergotherapie. Dort geht sie jetzt hin, weil es mit ihrer Tochter nicht klappt. Mit ihrer Tochter Dina, mit Marion und mit der Schule, was G8 ist und ein Monster. Auch mit den Hausaufgaben ist es schwierig. Marion versteht ihre Tochter nicht. So viel Theater wegen etwas, das man machen muss. Warum, wieso, weshalb … das sind doch alles komplett überflüssige Fragen. Immer diese ewigen Diskussionen.

Also, Marion war jetzt mit Dina bei der Ergo und hat sich filmen lassen, wie sie Dina bei den Hausis begleitet. „Es war mega schwierig“, sagt sie. „ Ich durfte nämlich nichts machen. Ich musste mich die ganze Zeit entspannt zurücklehnen, das Kind freundlich anschauen, immer in die Augen, Kaffee trinken und es abundzu mal loben. Was meinst Du, wie schwer das ist!!! Zuzuschauen, wie langsam sie ihr Federmäppchen auspackt, nichts zu sagen, wenn meine geliebte Tochter mal wieder alles falsch rechnet, die einfachsten Dinge immer noch nicht verstanden hat… , nichts zu sagen, sondern immer nur freundlich zu lächeln. Und nicht nur das. Nicht nur zu lächeln, sondern nach Möglichkeit noch etwas Positives zu sagen.“

z.B. „ Dina, ich finde es toll, dass du trotz sechs Stunden Schule jetzt noch freiwillig zur Ergo gehst … unter uns: was heißt schon freiwillig“ … verunsichert schaut sie mich an. „Findet Mama das wirklich“, wird sie sich fragen. „Ich muss doch, was bleibt mir anderes übrig“, wird sie sich denken.

„Und rate mal was Dina gemacht hat“, fragt mich Marion ganz aufgeregt. „Sie hat 45 Min. am Stück gerechnet, hat den Fehler selber entdeckt und als nach 15 Min Schluss war, hat sie freiwillig weitergemacht! Das ist doch der Hammer! Ich hatte Tränen in den Augen“, erzählt Marion. „So gerührt und beschämt war ich“.

Ich nicke und denke: Es ist so einfach und doch so schwer. Letzten Endes geht es immer darum, gesehen zu werden. Gesehen zu werden, anerkannt, ermutigt. Was so einfach klingt, ist verdammt schwer.

Ich habe keine Lust, die anderen permanent zu sehen und anzuerkennen. Das machen die doch mit mir auch nicht. Ich will auch mal gesehen und gelobt werden, denke ich.

Außerdem, ich habe keine Zeit für solche Spielchen. Ich bin unter Druck. Muss das und jenes jetzt noch schaffen, weil sonst Katastrophe … Scheitern geht gar nicht. Das ist nicht vorgesehen in unserem Programm. Dabei … wenn ich mich so umschaue, scheitern alle ständig um mich herum … da werden Ehen geschieden, Kinder bleiben sitzen, Männer verlieren ihre Arbeit, Frauen finden keine und Menschen sterben… und dennoch geht das Leben weiter … Neues beginnt.

Immer wieder. Unter den Augen Gottes. Denn er sitzt entspannt da, schaut uns liebevoll an und würdigt das, was wir machen. Er mischt sich nicht ein, weil er an uns glaubt. Daran, dass wir es schaffen, aus unserem Leben etwas zu machen. Und wenn wir mal wieder durchdrehen, schließen wir einfach die Augen. Lehnen uns zurück in unserem Lieblingssessel, spüren seinen liebevollen Blick auf uns, entspannen und hören sein Mantra: So wie du bist, bist du sehr gut.

Und wenn wir dieses Mantra verinnerlicht haben, geben wir es dann an andere weiter. Z.B. an unsere Kinder, wenn wir mit ihnen Hausaufgaben machen. Oder an unsere Partner, wenn sie mal wieder vergessen haben, die Mülltonnen rauszustellen, die Rechnungen zu bezahlen, das Heizöl zu bestellen.

Weil Gott an uns glaubt, dass wir etwas aus unserem Leben machen, dürfen auch wir an uns und andere glauben.

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