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Kirche in WDR 3 | 07.12.2013 | 07:50 Uhr

Gottes Melodie

Guten Morgen, verehrte Hörerinnen und Hörer!

„Wer die Wahl hat, die Qual.“ Sie kennen dieses Sprichwort. Und es trifft auch auf diejenigen zu, die die Lieder für das neue Gotteslob, das Gebet- und Gesangbuch der katholischen Kirche zusammengestellt haben. Rund 4000 Liedvorschläge waren eingereicht worden. Von diesen sind schließlich rund 280 in den Stammteil des Buches aufgenommen worden, also des Teils, der für alle Bistümer gleich ist. Hinzu kommen noch die Lieder, die in den Eigenteilen der einzelnen Diözesen Aufnahme fanden. Eine wahre Sisyphus-Arbeit hatten die Experten zu leisten, denen die Auswahl der Lieder aufgegeben war.

Und das Ergebnis: Ich bin begeistert! Die aufgenommenen Lieder stammen nämlich aus allen Epochen der Kirchen- und Musikgeschichte. Für jeden Geschmack ist etwas dabei: Traditionelles, liebgewordenes Liedgut aus längst vergangenen Zeiten ebenso wie moderne, geistliche Lieder. Eine Religionslehrerin sagte mir nach einem ersten Blick in das neue Buch: „Jetzt brauchen wir für unsere Schulmessen keine Lieder mehr zu kopieren.

„Singt Gott in eurem Herzen Psalmen, Hymnen und Lieder, wie sie der Geist eingibt“, hatte einst der Apostel Paulus an die Kolosser geschrieben (Kol 3,16). Nicht nur mit Worten, sondern mit Liedern sollen Christen Gott loben. Meine verstorbene Großtante sagte es früher in ihrer einfachen, ostwestfälischen Art so: „Der Herrgott will keine Beteglucken, der Herrgott will Loblieder hören!“

Durch die Melodie wird der Text eines Gebets intensiviert. Entsprechend hatte der Kirchenvater Augustinus formuliert: „Wer singt, betet doppelt“. Die Töne der Melodie tragen das Gebet geradewegs zu Gott. Deshalb haben zu allen Zeiten Menschen Melodien komponiert und so ihr Beten zu Liedern vertont: Alles zur größeren Ehre Gottes und zur Freude der Menschen.

Aber ist nicht der größte aller Komponisten Gott selbst? „Singt Gott in eurem Herzen Psalmen, Hymnen und Lieder, wie sie der Geist eingibt“, schrieb Paulus. Damit ist natürlich der Geist Gottes gemeint. Es ist derselbe Geist, der am Anfang der Zeiten die Welt ins Dasein gerufen hat. Und seine Schöpfung ist doch voller Rhythmus: der Wechsel von Tag und Nacht, von Jahreszeiten, von Ebbe und Flut oder auch der Schlag des Herzens. In diesen Rhythmus bin ich eingebettet. Im Auf und Ab meines Alltags geht es letztlich nicht darum, ein Lied richtig oder falsch zu singen, sondern die innere Melodie zu entdecken und auf jeden Ton der Schöpfung hinzuhören. Gott will das Lied meines Lebens zum Klingen bringen.

„Nehmt Gottes Melodie in euch auf“, schrieb der hl. Ignatius von Antiochien an die Gemeinde von Ephesus bereits im 2. Jahrhundert. Gott schreibt für jeden Menschen seine persönliche Melodie.

Ich wünsche Ihnen, dass es Ihnen heute und jeden Tag gelingt, diese Melodie Gottes in Ihnen wahrzunehmen, sie in Ihrem Leben aufzugreifen und erklingen zu lassen. Ihr Gregor Tuszynski aus Paderborn.

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