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Kirche in WDR 4 | 28.11.2017 | 08:55 Uhr

Gut reden

In meinem Büro steht hinter meinem Besprechungstisch eine Postkarte im Regal. Darauf steht: „Ich rede gut über dich.“

Und die Karte steht da so, dass ich sie sehen kann, wenn ich mit Leuten spreche.

Bei jedem Gespräch gucke ich irgendwann auf die Karte. Und egal wie konflikthaft oder bescheuert es gerade läuft, ich überlege, wie das gehen kann, nach dieser Situation gut über den anderen zu sprechen. Es fällt mir manchmal wahnsinnig schwer und trotzdem: das ist meine Aufgabe auch als Christin, denn: gut über andere Menschen reden, gehört zu den Werken der Barmherzigkeit. Die sind im letzten Jahr in die heutige Sprache übersetzt worden. Und dadurch sind sie vielen in der Kirche noch mal viel bewusster geworden.

Gut über den andern reden ist trotzdem nicht leicht. Gerade bei der Arbeit wird so viel geredet. Und klar: meistens sind es die Kollegen mit ihren großen und kleinen Macken, über die man redet.

Eine Sache habe ich aber schon festgestellt: je mehr ein Mensch ehrlich für das gelobt wird, was er gut kann, desto mehr faire Kritik kann er auch vertragen.

Gut über jemanden reden, ist also nicht nur christlich, sondern es bringt auch bei der Arbeit weiter. Wenn ich grundsätzlich davon ausgehen kann, dass meine Kollegen oder mein Chef gut über mich reden, gehe ich aufrechter durch die Welt. Dann traue ich mir mehr zu.

Das gilt in allen Lebenslagen: jeder Schüler profitiert davon, wenn seine Lehrerin nicht nur auf seinen schlechten Matheleistungen rumreitet, sondern auch seine Stärken wahrnimmt. Jedes Kind strahlt über beide Ohren, wenn es von den Eltern ermutigt und bestärkt wird. Und jeder Großvater ist stolz, wenn seine Enkelin ihn als Vorbild bezeichnet.

Loben und gut voneinander Reden – das ist echt wichtig.

Aber ganz ehrlich. Es klappt einfach nicht immer.

Deshalb gibt es bei mir zu Hause eine Ausnahme: wenn ich abends richtig erschöpft bin und mich wahnsinnig geärgert habe, dann haben mein Mann und ich eine Vereinbarung. Ich darf eine kleine Zeit lang unter uns beiden einmal so richtig fiese Sachen über den Tag sagen. Um Dampf abzulassen.

Mein Mann meint: Das ist okay. Nicht nur, weil ich damit die Wut loswerde, sondern weil mir das hilft, ein anderes Werk der Barmherzigkeit umzusetzen. Und das heißt: Lästige ertragen.

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