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Kirche in WDR 3 | 01.05.2014 | 07:50 Uhr

Gute Arbeit

Guten Morgen liebe Hörerin, guten Morgen lieber Hörer!

Heute ist der erste Mai, der Tag der Arbeit. Viele Menschen gehen auf die Straße und treten für soziale Gerechtigkeit ein, darunter auch viele Christinnen und Christen. Der erste Mai steht in diesem Jahr unter dem Motto „Gute Arbeit, soziales Europa“. Es geht dabei unter anderem um die Folgen des Klimawandels, die Ernährung der Weltbevölkerung und medizinischen Fortschritt. Es soll bei uns und in der Welt gerecht, friedlich und demokratisch zugehen. Aber vor allem: Jede und jeder soll genug zum Leben haben. Das ist die Hauptsache. Und das ist das Kriterium, an dem wir uns als Einzelne und als Gemeinschaft messen lassen müssen. Heute und am Ende der Zeiten.

Jesus erzählt einmal, wie Gott das Tun der Menschen einst beurteilen wird.

Er sagt: „Ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich war durstig, und ihr hab mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen, und ihr habt mich aufgenommen. Ich war krank oder im Gefängnis - ihr habt mich besucht.“ (Matthäus 25,42ff)

Darum geht es also. Das Kriterium ist ein ganz schlichtes: Menschlichkeit: zu essen geben, kleiden, besuchen. Habt Ihr geholfen - oder nicht?!

Es wird nicht gefragt: Hast Du die richtige Religion, die richtige Konfession, die richtige Ideologie? Sondern: Warst Du zur Stelle, als Du gebraucht wurdest? Als jemand in Not war? Hast Du Dich in die Gesellschaft eingebracht? Das zählt. Und es ist nicht egal, wie es meinem Mitmenschen geht. Sondern es ist wichtig, dass ich auf ihn achte und dass ich helfe, wenn ich kann.

Genauso wichtig ist es aber, dafür zu sorgen, dass sich möglichst viele Menschen selbst helfen können! Auch dafür wird heute demonstriert: Gerechte Löhne, vernünftige Arbeitsverträge, soziale Sicherheit. Und diese Fragen sind heutzutage nicht mehr auf das eigene Land zu begrenzen. Das merken wir spätestens in den Finanzkrisen. Da kommt Europa und die ganze Welt in den Blick. Ziel muss es sein, dass sich jeder Mensch eine eigene Existenz aufbauen kann. Und dann ist es eben nicht egal, wo meine Kleidung genäht wird.

Dass ich den Pulli hier so günstig kaufen kann, hat Auswirkungen auf die Lebensverhältnisse in anderen Ländern. Bei Bränden in den Textilfabriken verbrennen immer wieder hunderte Arbeiterinnen und Arbeiter oder werden unter Trümmern der maroden Fabrikgebäude begraben, sie leiden an den Folgen des Insektengifts, das in den Räumen versprüht wird und dem schlechten Essen. Immer wieder leben Menschen auf Kosten anderer. Damit will ich mich nicht abfinden.

Deshalb ist es gut, auf die Straße zu gehen: Dagegen, dass Arbeiterinnen und Arbeiter in unmenschlichen Arbeitsverhältnissen oder zu Dumpinglöhnen arbeiten müssen. Dagegen, dass Menschen das Nötigste zum Leben fehlt oder Kranke nicht ausreichend versorgt werden. Dagegen, dass Menschen unschuldig im Gefängnis sitzen. „Lasst sie nicht allein“, sagt Jesus. „Dann seid ihr auf dem richtigen Weg. Was ihr einem meiner geringsten Brüder oder Schwestern getan habt, das habt ihr mir getan.“ Dann habt ihr christlich gehandelt. Oder eben nicht. Dass dies immer wieder gelingt, und zwar nicht nur am 1. Mai, das wünscht sich

Ihr Pfarrer Bernd Becker aus Bielefeld.

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