Aktuelles

Beiträge auf wdr2 

katholisch

Kirche in WDR 2 | 24.12. 2018 | 05:55 Uhr

Hab keine Angst

Heute ist wieder Montag, und weil heute Montag ist, ist das Wochenende leider auch schon wieder vorbei. Tja.

Das stimmt heute nicht, denn heute ist Heiliger Abend, morgen und übermorgen ist Weihnachten. Das längste freie Wochenende des Jahres. Wie schön!

Was das Wichtigste am Weihnachtsfest ist – das hat sich wenigstens bei mir im Laufe der Jahre verändert. Als wir Kinder waren haben meine Brüder und ich im Wald Moos gesammelt und in Gemüsekisten vorsichtig nach Hause getragen. Daheim wurden die Moosstücke an der Heizung getrocknet und am Tag vor dem Heiligen Abend beim Krippenbau verwendet. Das Moos, das vor der Heizung liegt, sein Duft, der in die Nase steigt: Weihnachten.

Meine Mutter hat für den Heiligen Abend für jeden aus der Familie einen Weckmann beim Bäcker bestellt. Nachmittags haben wir die dann bei einer Tasse Kaffee für die Eltern oder bei einer Tasse Kakao für die Kinder mit Butter oder Marmelade bestrichen und gegessen. Der Geschmack von Weckmann und Kakao: Weihnachten.

Die 23 am Abreißkalender abgerissen und die 24 erschien: Weihnachten. Das erste Blech mit dem selbstgebackenen Spekulatius aus dem Ofen gezogen und reingebissen und die Zungenspitze verbrannt: Weihnachten.

Später habe ich Postkarten mit gesellschaftskritischen Texten an meine Freunde verschickt. Gegen Konsum und zu viel blingbling. Als ich die Karten in den Briefkasten geschmissen hatte war: Weihnachten. Im Altenheim beim Abendessen mit dementen Bewohnern und denjenigen, die am heiligen Abend dort arbeiten mussten Musik gemacht: Weihnachten. Einer Familie ohne Ofen einen Kohleofen besorgt, in die Wohnung getragen und angeschlossen: Weihnachten.

Aber auch: Die erste Gans mit der Niedertemperaturmethode gegart – und gelungen. Weihnachten. In der ersten eigenen Wohnung den Weihnachtsbaum hochgetragen, die elektrischen Kerzen angebracht, halleluja, sie brannten: Weihnachten. Den Film „Ist das Leben nicht schön?“ mit James Stewart geguckt. Geheult. Weihnachten.

Was also das Wichtigste an Weihnachten ist, oder besser gesagt: der Punkt, an dem ich merke, das Weihnachten da ist, ist also jedes Jahr anders. Und das ist wirklich toll. Denn da kannst du dich jedes Mal überraschen lassen, finde ich.

Was wird es diesmal sein?

Ich habe schon eine Idee, was es sein könnte. Bei den Proben für das Krippenspiel der Kinder, das heute Nachmittag um Vier bei uns in St. Agnes stattfindet, da habe ich Franziska singen hören. Sie spielt eine Hirtin. Und die spürt, dass in dieser Nacht etwas Besonderes in der Luft liegt. Und sie lauscht dem Gesang der Engel, die in einer schlichten, ergreifenden Melodie singen: „Fürchtet euch nicht! Große Freude verkünden wir euch.“

Ich glaube, in diesem Jahr wird das der Augenblick sein, an dem Weihnachten ist.

Glauben heißt ja irgendwie, keine Angst haben zu müssen, finde ich. Na klar, du hast trotzdem oft genug Angst. Aber sie muss dich nicht überwältigen. Die Angst wird nicht gewinnen. Weil einer da ist. Das merkst du zum Beispiel, wenn einer mit dir Moos sammeln geht. Oder mit dir einen Weckmann mit Butter bestreicht. Dir eine Weihnachtskarte schreibt. Oder für dich ein Lied singt. Du brauchst keine Angst zu haben. Ich bin da.

Und wenn einer da ist, dann ist: Weihnachten.

?

evangelisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen