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Kirche in WDR 2 | 22.04.2014 | 05:55 Uhr

Hase oder Lamm

Frohes Hasenfest! Nein, Nein, soweit kommt’s nicht: Frohe Ostern Ihnen! Aber wenn ich mir die Debatten des vergangenen Jahres anschaue: Wintermarkt statt Weihnachtsmarkt, Sonne-Mond-und Sterne-Zug statt Martinszug. Dann würde Ha-senfest statt Ostern ja auch passen. Und dass der Hase ein probater Ersatz zum Auferstandenen sein könnte, denkt heute wohl mancher, der durch die Osterauslagen der Supermärkte spaziert. Denkste!

Er ist nicht einmal das Symboltier von Ostern. Der Hase kommt erst im 16. Jahrhundert auf, nach der Reformation, als die Nichtkatholiken ihre Ostereier nicht mehr zum Eiersegen in die Kirche bringen. Auf die bunten Eier verzichten wollten die Protestanten aber auch nicht. Und seitdem werden die bunten Ostereier nun im Garten versteckt - mit der Folge, es musste wer her, der die Eier versteckte. Und zahlreiche Kinderbeschenker kamen ins Spiel: In Tirol entstand die Ostereier legende Osterhenne. Anderswo der Osterhahn – biologisch auch interessant - , in Hannover gar der Osterfuchs, an der holländischen Grenze der Ostervogel oder Osterkranich. In den Vogesen wie auch in Kärnten sagt man: Wenn die Glocken am Gründonnerstag verstummen, fliegen sie nach Rom, um die Ostereier zu holen. Wenn sie am Karsamstag zurückkehren, werfen sie die Eier beim Vorüberfliegen ins Gras, wo die Kinder sie suchen müssen.

Der Osterhase ist also ein ursprünglicher Seiteneinsteiger der evangelischen Chris-ten im 16. Jahrhundert, der alle seine Konkurrenten besiegt hat. Deshalb ist aber noch lange nicht das Symboltier für Ostern. Das ist nach wie vor das Tier, das Martin Luther noch in seinem Hauswappen geführt hat, das Lamm Gottes. Es steht für Jesus Christus selbst. Und so wie Jesus von Nazareth Jude war, geht das Lamm Gottes auf das Passahlamm des Alten Bundes zurück. Dieses Lammopfer – erstmals in Ägypten vollzogen – leitet sozusagen den Abschluss des Bundes auf dem Berg Sinai ein.

Am jüdischen Fest der Ungesäuerten Brote, das Passah genannt wurde, wurde auch für Jesus und die Jünger ein Passahlamm geschlachtet. Und der biblischen Tradition nach war es Johannes der Täufer, der Jesus als das neue Opferlamm ansieht: „Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt“, soll er gesagt haben, mit Blick auf Jesus. Später dann, als die Jünger Jesus am Kreuz sehen mussten, werden sie verstanden haben, wie die Anspielung von Johannes dem Täufer gemeint war.

Bildlich dargestellt wird Jesus Christus als Lamm Gottes durch ein liegendes oder stehendes Lamm mit einer Siegesfahne, die die Auferstehung symbolisiert. Und daher ist das Lamm Gottes oder Osterlamm das alte Symbol(tier) zum Osterfest. Nicht der Hase. Ostern also Hasenfest zu nennen, wäre also, mit Verlaub, ziemlich belämmert.

Copyright Vorschaubild: southgeist CC BY-SA 2.0 (flickr)

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