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Kirche in WDR 2 | 24.02.2015 | 05:55 Uhr

Hat Gott ein Handy?

Kinderfragen kommen ja oft ganz unvermittelt. „Hat Gott eigentlich ein Handy?“, fragt Hanna. Ihre Mutter zuckt kurz zusammen. Was für eine Frage! Hat Gott ein Handy? Hanna fragt vielleicht, weil viele ihrer Klassenkameraden schon ein Handy haben, sie nicht. Die anderen geben gerne damit an. Jetzt fürchtet sie wohl, dass sie auch bei Gott zu kurz kommen könnte – ohne Handy.

Hat Gott ein Handy? Hier kommen zwei Dinge zusammen, die so gar nicht zusammen passen wollen. Der allmächtige, ewige Gott auf der einen Seite und ein modernes Kommunikationsmittel auf der anderen Seite. Darf man so eine Frage überhaupt stellen? Hanna schert sich nicht darum. Sie wartet auf eine Antwort.

„Ich glaube nicht, dass Gott ein Handy hat“, beginnt die Mutter, „denn wenn ich in den Himmel komme, habe ich auch kein Handy dabei.“ Das leuchtet Hanna ein. Sie ist erleichtert, dass Gott für alle Menschen erreichbar ist – nicht nur für die mit Handy.

Aber wie geht das? Wenn es einen Gott gibt, wie können wir ihn dann sprechen? Gibt es in den Kirchen ein himmlisches Telefon? Anrufen wäre schon praktisch. Zumindest die Anrufung Gottes gibt es schon. Gebet nennen wir das. Gläubige praktizieren das seit Jahrtausenden. Und? Haben sie damit Erfolg? Geht so, würde ich sagen.

Als ich ein Kind war, habe ich Gott inständig gebeten, er möge mir doch bessere Mathenoten schenken. Ich dachte: Wenn ich in die Kirche gehe und nur oft genug bete, dann muss Gott mich doch erhören! Es klappte aber nicht. Sollte ich im Beten etwa genauso erfolglos bleiben wie im Rechnen? Nein. Denn eines Tages kam ich drauf: Gott lässt sich weder bestechen noch erpressen. All die Dinge, die wir allein ändern können, sollen wir selbst in die Hand nehmen.

Seitdem wende ich mich nur mit den Anliegen an Gott, die mir so wichtig sind, dass ich himmlischen Beistand wirklich für nötig halte, weil es nicht in meiner Hand liegt. Und da sieht die Bilanz viel besser aus. Ich habe den besten Ehemann der Welt und tolle Kinder, die nie ernsthaft krank waren. Wenn jemand in meiner Familie gestorben ist, konnte ich mich immer verabschieden und es waren Menschen da, die mich getröstet haben. All das empfinde ich als großes Geschenk.

Und ich glaube, Gott hat da meine Bitten erhört – ganz ohne Handy.

Copyright Vorschaubild: Public Domain Pixabay

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