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Kirche in WDR 2 | 29.05.2015 | 05:55 Uhr

Hedi Schneider steckt fest

Autorin: Hedi Schneider ist Mitte 30, hat ein aufgewecktes Kind und einen fürsorglichen Partner, ihr Job im Büro ist nicht der Hit, aber sie weiß ihren Chef und die Kollegen zu nehmen. Spielerisch, fast kindlich bewegt sie sich durch den Alltag. Als sie auf dem Weg ins Büro im Aufzug stecken bleibt, besteht für sie kein Grund zur Aufregung.

O-Ton: Musik. „oh ne bitte“, „Hier Schmidt Aufzüge, was kann ich für sie tun?“ „Ein Hamburger Royal mit Käse, ein Milchshake und eine mittlere Pommes bitte.“

Autorin: Bis ihre Tante stirbt, ihr Sohn sie mit Fragen nach dem Tod konfrontiert und Hedi Schneider wie aus dem Nichts eine Panikattacke bekommt.

O-Ton: „Hey warte mal, stopp, irgendwas ist ganz komisch. Ich hab n Schlaganfall.“ „Nein.“ „Doch, Uli kannst du bitte den Notruf rufen, ich hab nen Schlaganfall. Warum sterb’ ich denn jetzt?“

Autorin: „Hedi Schneider steckt fest“ heißt der Film von Sonja Heiss; von einem Tag zum anderen ist nichts mehr, wie es war. Sie traut sich nicht mehr auf die Straße. Allein zu sein macht ihr Angst. Das Antidepressivum , das ihr eine Neurologin verschreibt, wirkt - wenn überhaupt – erst nach ein paar Wochen. Das Warten und die Ungewissheit machen ihr zu schaffen. Auch von dem Therapeuten, den sie schließlich aufsucht, fühlt sie sich unverstanden.

O-Ton: „Ja, ich versteh’ nicht wie ich keine Angst haben soll, wenn ich mir die ganze Zeit vorstellen soll; ich ende im betreuten Wohnen oder in ‚Einer flog übers Kuckucksnest’.“ „Was soll das heißen, Sie enden wie in ‚Einer flog über das Kuckucksnest?’“ „Na ja, der bekommt Elektroschocks und am Ende wird er von seinem besten Freund -nen großen Indianer- mit nem Kissen erstickt, damit er nicht mehr länger leiden muss.“

Autorin: Eindrücklich schildert der Film, wie sich die Erkrankung auf die Beziehungen auswirkt. Ihr Sohn grenzt sich von ihr ab. Als größter Halt erweist sich ihr Lebensgefährte.

O-Ton: „Was ist eigentlich mit Mama?“ „ Du kennst es doch, wenn man so Angst hat, so z.B. vor Monstern, also Monster unterm Bett und bei der Mama ist es jetzt so, dass sie ständig Angst hat vor Monstern also nicht nur unterm Bett, überall, und wir zwei, wir zwei beiden wir müssen einfach warten bis das aufhört.“

Autorin: Doch auch Uli ist nach einiger Zeit überfordert, die Beziehung leidet. Hedi nimmt mehr und mehr Tabletten ein, sie will ihr altes Leben zurück. Die Hilflosigkeit der Umwelt belastet.

O-Ton: „So ich hab ganz viel zu essen mitgebracht“ - „och ne Mama, ich hab keinen Hunger.“ „Doch du ißt jetzt mal was, hm?“ „Ne Mama, ich will wirklich nichts essen“ – „eh, bitte komm, essen hilft.“ - „Weißt du, wenn es mir schlecht geht, dann geh ich einmal kurz kalt duschen.“ - „Ich hätte nie gedacht hat, dass du mal so was bekommst, ist schrecklich.“

Autorin: Mich beeindruckt dieser Film, weil er Partei ergreift. Er weckt Verständnis für die Lebenslage der Erkrankten. Dabei verzichtet er auf Erklärungen und darauf, in Bildern zu vermitteln, was Hedi Schneider wahrnimmt oder fühlt. Wer zuschaut, weiß nicht mehr als die Akteure, aber gerade dadurch bekommt er einen Eindruck von ihrer Lebenslage, vom Gefühl des Ausgeliefertseins, der Ohnmacht, in die Not und Ungewissheit. Und erlebt, welche Kraft es braucht, bis es nach Monaten wieder bergauf geht, und Hedi Schneider ihr Leben wieder in die Hand nehmen will.

O-Ton: „Wir können ja einfach einen Tag lang glücklich sein und dann sofort wieder unglücklich, dann nehmen wir uns nicht soviel vor.“ „Okay, ’n Tag ist ja auch nicht so lang.“

Hedi Schneider steckt fest

Deutschland/ Norwegen 2015

Filmstart in Deutschland: 07.05.2015

Regie: Sonja Heiss

Buch: Sonja Heiss

Produktion: Jonas Dornbach, Janine Jackowski, Maren Ade

Kamera: Nikolai von Graevenitz

Schnitt: Andreas Wodraschke

Musik: Lambert

Ausstattung?/ Produktion Design: Tim Pannen

Verleih: Pandora

Länge: 92 Min

FSK: Ohne Angabe

DarstellerInnen: Laura Tonke, Hans Löw, Melanie Straub, Simon Schwarz, Margarita Broich, Matthias Bundschuh, Rosa Enskat

Audiomaterial zur Verfügung gestellt von: FilmPressKit online

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