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Kirche in WDR 2 | 27.07.2017 | 05:55 Uhr

Heilige Geldverächter

Es gibt ja so Gestalten, die sind vor allem lokal bekannt. In der einen Stadt kennt die jeder, in der nächsten Stadt fragen die meisten: „Bitte: Wer?“ – Pantaleon ist so einer. „Wer?“ fragen jetzt die Nicht-Kölner – und vielleicht auch ein paar von denen. Pantaleon war, ein Arzt, ein Heiliger der katholischen und orthodoxen Kirchen, einer, dem zu Ehren schon im frühen Mittelalter in Köln eine Kirche erbaut wurde, heute eine von den schönen alten romanischen in der Nähe des Barbarossaplatzes.

Jetzt erwartet man von einem echten katholischen Heiligen vor allem aus frühen Jahrhunderten, dass er nicht nur ein besonders frommer Mann war, sondern dass sich auch ziemlich blutige Legenden um seinen Märtyrertod ranken. Die gibt es beim Heiligen Pantaleon auch reichlich: Von auf den Kopf genagelte Hände bis hin zu in flüssiges Blei getaucht ist da alles dabei – und doch wollte der Mann von seinem christlichen Glauben nicht ablassen.

Aber: Dass Pantaleon er als der Schutzheilige von Ärzten und Hebammen angesehen wird, hat damit zu tun, dass er selbst Arzt war und Menschen geheilt hat, den Legenden nach manchmal sogar wie Jesus selbst: Stichwort: Wunderheilung. Was aber gerade in der heutigen Zeit spannend ist, in denen Ärzte zu den Besserverdiener gehören: Pantaleon wollte, so die Legenden, kein Geld für seine Behandlungen. In den Ostkirchen wird er daher als einer der heiligen Geldverächter verehrt.

Können wir uns heute doch kaum noch vorstellen. Besonders nicht in einem Gesundheitssystem, wo die Kosten explodieren und jede Tablette bis auf’s Gramm und jede Beratung bis auf die Sekunde abgerechnet wird. Und doch gibt es auch da noch Geldverächter, die man auch ruhig Heilige unserer Zeit nennen kann, die da helfen und heilen, wo eben nicht quasi automatisch aus einer Krankenkasse heraus Geld fließt. In vielen Flüchtlingsunterkünften arbeiten Ärzte, oft im Ruhestand, derzeit ohne Bezahlung. Und in fast jeder größeren Stadt gibt es unscheinbare Praxen für Menschen, die eben keine Krankenkarte und kein Geld haben, um eine Ärztin oder einen Pfleger zu entlohnen. Und dann gibt es da noch die Ärzte, die über German Doctors oder Ärzte ohne Grenzen in Krisengebieten helfen und heilen. Warum die das machen, aus christlicher Nächstenliebe oder sonst, ist für mich zweitrangig: das sind Heilige meiner Zeit. Absolut.

Das hat viel mit Barmherzigkeit zu tun. Pantaleon heißt übrigens übersetzt: der Allerbarmer. Und an seinem Feiertag möchte ich all denen einmal Danke sagen, die meist im Verborgenen helfen, dass Menschen heil werden – und die dabei nicht zuerst aufs Geld schauen. Allen heiligen Geldverächtern dieser Zeit von Herzen: Vergelt‘s Gott.

Bildrechte: ResoluteSupportMedia (flickr) CC BY 2.0

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