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Hörmal | 26.01.2014 | 07:45 Uhr

Herr Samuel und das Olympische Feuer

Olympia – das ist ein Zauberwort. Da wird ein Geist beschworen: weltumspannend, jugendlich, engagiert, sportlich. Ob im Sommer oder im Winter: das Motto ist „dabei sein ist alles“. In einer Woche geht es wieder los – und ich muss gestehen: Dieser Geist hat mich dieses Jahr noch nicht so ergriffen. Normalerweise fiebere ich ja schon mit – sei es beim Biathlon, am Eiskanal oder bei der Skiabfahrt. Das ist doch immer ein großes Spektakel. Aber diese Spiele in Russland, ausgerichtet von sogenannten lupenreinen Demokraten – das hat doch alles ein Geschmäckle.

Aber wer weiß, vielleicht kommt er ja noch: der Geist von Olympia. Vielleicht bei der Eröffnungsfeier. Wenn die olympische Flamme entzündet wird. Die wurde von den Russen ja dieses Jahr sogar durchs Weltall geschickt. Ein Lauffeuer im besten Sinne. Es hat einen über 60.000 Kilometer langen Weg hinter sich. Bereits 2900 Städte und fast alle der 83 Regionen Russlands wurden von den Fackelläufern durchquert. Dieser Weg und dieser Einsatz hat schon etwas Anrührendes.

Das muss wohl auch schon Herr Samuel empfunden haben, von dem ich – wenn es um olympisches Feuer geht – gerne erzähle:

Herr Samuel ist mittlerweile schon sehr alt. 1972 war seine Stunde. Damals fanden die Sommerspiele in München statt. Und Herr Samuel hatte im Stadtteil Ebenhausen am Straßenrand gestanden, als unmittelbar vor ihm ein Fackelläufer das Feuer weiterreichte. Darauf hatte Herr Samuel gewartet. Denn im Gepäck hatte er ein Holzstöckchen und eine Grubenlampe. Fast unbemerkt stibitzte er sich das Feuer. Und mit der Flamme am Stöckchen zündete er die Grubenlampe an und trug sie nach Hause: ein eigenes olympisches Feuer während der gesamten Spiele.

Eigentlich wollten Herr Samuel und seine Frau ihre Olympiaflamme mit dem Ende der Olympiade gleichfalls ausgehen lassen. Doch als sie am Fernsehen miterlebten, wie bei der Abschlusszeremonie das olympische Feuer vor dem dunklen Nachthimmel unter Paukenschlägen und Trompetenklängen verlosch, überlegten sie es sich anders und ließen ihre olympische Flamme in der Grubenlampe brennen. Mehr als vierzig Jahre brennt sie bereits, und noch nie ist sie ausgegangen. Eigene Riten hat Herr Samuel zum Schutz seines olympischen Feuers entwickelt. So steht die Grubenlampe immer unter einem Küchensieb, damit sie vor einfallenden Mücken und Fliegen geschützt ist. Eine besondere Technik hat er entwickelt, um das Öl nachzufüllen, ohne dass die Flamme erlischt. Wenn er Geburtstag feiert, entzündet er die Geburtstagskerze an der olympischen Flamme. Bei Gartenparties werden die Fackeln gleichfalls am olympischen Privatfeuer entzündet.

Herr Samuel zeigt mir: Wer für etwas brennt, der wird schauen, dass das Licht nicht ausgeht. Etwas anders hat das schon Jesus im Neuen Testament formuliert: „Niemand zündet ein Licht an und deckt es mit einem Gefäß zu, sondern man stellt das Licht auf einen Leuchter, damit alle es sehen.“ (Lk 8,16)

Und so würde ich mir wünschen, dass nicht nur die Teilnehmer der olympischen Spiele zeigen, was in ihnen steckt, sondern alle Menschen ihr Bestes in aller Fairness geben, damit sie im besten Sinne strahlen!

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