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Hörmal | 14.05.2015 | 07:45 Uhr

Himmelfahrt

Himmelfahrtstag: Wenn Sie heute einen Ausflug planen auf den bekannten Rad- und Wanderwegen, etwa entlang der nordrheinwestfälischen Flüsse und Seen, dann sollten Sie sich auf Staus oder Behinderungen einstellen. Es ist zu erwarten, dass größere Männer-Gruppen mit den verschiedensten Fortbewegungsmitteln unterwegs sein werden. Am Vatertag beobachtet man alljährlich diese Phänomene, die viele Verkehrsteilnehmer auf die eine oder andere Geduldsprobe stellen, so ein nicht näher genannter Verkehrsexperte.

Moment. Vatertag? Ja, stimmt. Aber steht im Kalender nicht eigentlich Himmelfahrtstag? Was hat denn das miteinander zu tun: Hier ausgelassen feiernde, teils bierselig fröhliche Männerhorden, unterwegs in freier Natur. Da stilles Gedenken und bedächtiges Erinnern in den Gottesdiensten.

Wie man Feiertage begründet und wie man sie begeht, das hat sich immer wieder verändert. So ist das Gedenken an Jesu Himmelfahrt in der Geschichte des Christentums verbunden worden mit Feld- und Flurprozessionen und mit der Bitte um gute Ernten. Fromme Umzüge zu Fuß und zu Pferd – vielleicht ist das ein Hintergrund für die – eher weniger frommen – Vatertagsumzüge unserer Tage.

Vielleicht machen uns die fröhlichen Väter auch auf etwas aufmerksam, was leicht vergessen wird, obwohl es grundlegend gerade zu den frommen Übungen des Himmelfahrtstags gehört. Christi Himmelfahrt ist von Anfang an mit tiefen Emotionen verbunden – und sprengt geradezu alle Denkhorizonte auf.

Am Anfang standen tiefe Enttäuschung und Trauer: Darüber, dass dieser menschenfreundliche Jesus nicht mehr da sein sollte. Er hat Menschen auf wohltuende Weise wahrgenommen, hat geholfen und Mut und Hoffnung in ihr Leben gebracht. Dazu kam eine tiefe Verunsicherung und Verwunderung bei seinen engsten Freundinnen und Freunden: Darüber, dass er nach seiner Hinrichtung nicht den Weg alles Irdischen gegangen ist. Dass er nicht in den Tod, vielmehr in den Himmel eingezogen ist. Und dann der Durchbruch zu unbändiger Freude: Himmelfahrt – Jesus aus Nazareth, unser Herr und Bruder ist im Himmel. Und wo einer von uns hingekommen ist, da ist fortan Platz für uns alle.

Das kann ja nur heißen: Für mich ist Platz bei Gott. An der großen Festtafel im Reich Gottes gibt es schon ein Namensschild für mich. Meine ganzen Unzulänglichkeiten, die Ungereimtheiten und Vieldeutigkeiten, die Schuld und das Versagen meines Lebens? Geschenkt!

Und: Wenn Jesus aus Nazareth nicht in der Versenkung der Geschichte verschwunden ist, dann hat das, was er gelebt hat und wovon er gesprochen hat, Bestand:

Nach Gerechtigkeit zu suchen, meinen Nächsten nicht als Konkurrenten sondern als Bruder, als Schwester wahrzunehmen. Das alles hat Zukunft.

Wer heute, am Himmelfahrtstag, irgendwo auf dem Ruhrtalradweg oder anderswo einmal im Stau steht, weil ausgelassen feiernde Väter den Weg kreuzen – nicht ärgern. Die Väter können uns daran erinnern, dass es an diesem Tag wirklich etwas zu feiern gibt.

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