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Kirche in WDR 2 | 28.02.2014 | 05:55 Uhr

Historischer Abflug

Wenn jemand „den Abflug macht“, dann meinen wir das ja gemeinhin nur im übertragenen Sinne. Heute vor einem Jahr aber hatte jemand den Abflug tatsächlich gemacht und die ganze Welt hat zugeschaut. Die Bilder liefen rauf und runter, wie Papst Benedikt XVI. im Helikopter aus Rom wegflog, wie er sich dann noch einmal zeigte am Balkon von Castel Gandolfo – und dann war’s das mit seinem Pontifikat.

Damals schaute ich mir das alles am Fernsehen an und fragte mich: „Und was jetzt“? Und ich bin mir sicher, dass diese Frage auch Benedikt begleitet hatte, als er den „Abflug gemacht“ hat. Er ist viel zu rational, zu nachdenklich, als dass ihm diese Frage nicht die ein oder andere schlaflose Nacht bereitet hätte. Denn was er getan hatte, erforderte ja vor allem eins: Mut.

Diesen Schritt hatte vor ihm nur ein Papst gewagt und das war auch schon 700 Jahre her. Ich kann das irgendwie auch verstehen: Denn mutige Schritte sind eben bis heute selten in der Kirche. Bei ihrer langen Geschichte, bei so vielen Menschen, für die sie sich verantwortlich fühlt, bei so vielen unterschiedlichen Interessen – ja, bei dem Auftrag, den sie erfüllen will, ist jeder Schritt ins Neue ein Tasten – kein Überflug. Aber Benedikt XVI., damals 85-jährig, hatte den Schritt gewagt, den mutigen Schritt zurück: den Rücktritt.

Und komischerweise ist mir dabei eine Haltung an diesem rationalen Papst näher gekommen, die ich zuvor vielleicht so noch nicht wahrgenommen hatte: Gottvertrauen. Sollte ein Papst ja haben, aber ob man davon was merkt…

Sein Rücktritt ist vielleicht nur mit Gottvertrauen zu erklären. Klar: Vieles spielte da eine Rolle: Alter, vielleicht Krankheit, vielleicht so etwas wie „Vatileaks“. Aber Gottvertrauen, das habe ich da am meisten rausgehört und die Souveränität gespürt, nicht mehr festhalten zu müssen. Die Frage „Und was jetzt?“ hatte Papst Benedikt mit seinem Abflug in eine andere Hand gegeben.

Ich weiß nicht, wann ich einmal an den Punkt kommen werde in meinem Leben, wo ich einfach loslassen muss. Irgendwann wird das so sein, spätestens bei meinem letzten Atemzug. Wenn ich den Abflug mache.

Ich hoffe, dass ich es dann kann, das Loslassen. Vielleicht so wie Papst Benedikt, heute vor einem Jahr am Fenster von Castel Gandolfo. Noch einmal dem Leben zuwinken und dann sagen: „Arrivederci – der Rest ist: Gottvertrauen“.

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