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Kirche in WDR 4 | 31.07.2015 | 08:55 Uhr

Hl. Ignatius von Loyola

Guten Morgen!

heute ist ein guter Tag, um der Welt einmal indifferent gegenüber zu stehen. Denn heute ist der Gedenktag des Heiligen Ignatius von Loyola. Und was der mit Indifferenz zu tun hat, dazu später mehr. Zunächst muss ich Ihnen aber etwas über sein aufwühlendes Leben erzählen. Denn: Ignatius von Loyola ist eine der schillerndsten Figuren der Kirchengeschichte

Als Sprössling einer Adelsfamilie war er vor über 500 Jahren wohl ein Lebemann, der auch mit dem Gesetz in Konflikt geriet. Als spanischer Offizier wurde er bei der Belagerung von Pamplona verwundet. Lange Zeit hütete er das Krankenbett im väterlichen Schloss. In seiner Langeweile fing er an, die Bibel und eine Sammlung von Heiligenlegenden zu lesen.

Nach seiner Genesung ging Ignatius im Februar 1522 ins Kloster auf dem Montserrat, um dort in strenger Askese über sich und sein weiteres Leben Klarheit zu gewinnen. In den folgenden Jahren entwarf er ein Buch zu Geistlichen Übungen, den sog. Exerzitien. Er fing in Paris das Studium an und mit sechs Kommilitonen gründete er 1534 auf dem Montmartre in Paris eine fromme Bruderschaft.

Nach einer Vision benannte Ignatius die Ordensgemeinschaft fortan Gesellschaft Jesu, die Jesuiten. Ziel allen Handelns in der Welt und des Gebetes gleichermaßen war für Ignatius: Gott finden in allen Dingen!

Die Jesuiten zählen heute weltweit fast 17.000 Mitglieder und sind damit der größte Männerorden der katholischen Kirche.. Rund 250 Hochschulen und Universitäten betreibt der Orden weltweit sowie 3.600 Schulen, davon 2.900 Dorfschulen in Lateinamerika vor allem für arme Kinder.

Ein erstaunliches Lebenswerk und eine glaubensstarke und in der Welt wirkende Gesellschaft Jesu bis heute. Aber gibt es neben Erstaunen und Bewunderung hierfür etwas, was einem Ignatius mitgeben könnte? Und hier komme ich zur Indifferenz. Den Impuls dazu gab mir Papst Franziskus, der erste Jesuit überhaupt auf dem Stuhl Petri.

Kurz nach seiner Wahl ist er in einem ausführlichen Interview gefragt worden, was es für ihn als Jesuit bedeutet, Papst zu sein. Welcher Punkt der ignatianischen Spiritualität helfe ihm am Besten, sein Amt zu leben? Und Papst Franziskus antwortet:

„Die Unterscheidung ist eines der Anliegen, die den heiligen Ignatius innerlich am meisten beschäftigt haben. (...). Mich hat immer eine Maxime betroffen gemacht, mit der die Vision des Ignatius beschrieben wird: »Nicht begrenzt werden vom Größten und dennoch einbeschlossen im Kleinsten, das ist Göttlich«. (...) Diese Maxime bietet die Parameter, um eine korrekte Haltung für die Unterscheidung einzunehmen (...) Ich muss warten, innerlich abwägen, mir die nötige Zeit nehmen. Die Weisheit der Unterscheidung gleicht die notwendige Zweideutigkeit des Lebens aus und lässt uns die geeignetsten Mittel finden, die nicht immer mit dem identisch sind, was als groß und stark erscheint.“ )

Die Weisheit der Unterscheidung; was für ein Impuls für den Tag, den uns Ignatius hier gibt. Wie das gehen kann, fragen Sie sich? Nicht begrenzt werden vom Größten und dennoch einbeschlossen im Kleinsten!?

Ich denke, dass uns Ignatius mahnen will, es soll nichts verabsolutiert werden, es soll aber auch nichts Kleines liegengelassen werden.

„Bewahre die Freiheit des Geistes!“, so Ignatius.

Er schreibt in seinem Exerzitienbuch, dass wir uns allen Dingen gegenüber gleichmütig, also indiferentes, machen soll. Wir verstehen unter Indifferenz gerne Gleichgültigkeit und denken an Desinteresse oder Unentschlossenheit.

Für Ignatius meint indiferentes nicht Unentschlossenheit, sondern:

nicht festgelegt zu sein, nicht nur eindimensional zu handeln, ganz anderes vorstellbar sein lassen. Zugleich das würdigen, was ist und was man für sich und andere hat. In Gelassenheit.

Ich wünsche Ihnen den Geist der Unterscheidung, diese wohlverstandene Indifferenz, nicht nur heute am Tag des Ignatius.

Ihr Peter Krawczack aus Düsseldorf

Copyright Vorschaubild: wikimedia

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