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Hörmal | 07.08.2016 | 07:45 Uhr

Hochmut und Demut

„Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade.“ Mit der Übersetzung der Bibel vor 500 Jahren hat Martin Luther eine gemeinsame Sprache und Verständigungsbasis für ganz Mitteleuropa geschaffen. Heute erscheint uns die Sprache der Bibel eher altertümlich und schwer verständlich. Hochmut – Demut – Gnade. Was soll das?

Die Begriffe verstehe ich noch. Mühe macht mir die Aussage dieses Satzes, das, was hier behauptet wird: „Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade.“ Auf der einen Seite leistet Gott Widerstand: er verhindert etwas, lässt es nicht zu – auf der anderen Seite gibt er Gnade: diese Sache befördert er, das setzt sich durch, das ist am Ende erfolgreich. Widerstand gegenüber den Hochmütigen – Erfolg für die Demütigen.

Ganz ehrlich: Nach meiner Lebenserfahrung geht das nicht auf, weder im Kleinen noch im Großen. Die Hochmütigen, das sind die Übermütigen. Sie strotzen vor Selbstbewusstsein – und scheren sich weder um andere Menschen noch gar um irgendeinen Gott. Selbst wenn sie vermeintlich fromm daherkommen.

Die Hochmütigen, das sind die menschenverachtenden Machthaber diese Erde:

•die in despotischer Überheblichkeit Staatsterror befehlen gegenüber den eigenen Bürgern

•oder aber mit religiös verbrämter Ideologie ganze Landstriche mit Mord und Todschlag überziehen und alles ausmerzen, was sich ihnen nicht bedingungslos unterwirft.

•Hochmütige sind aber auch die Populisten und Demagogen, die wider besseres Wissen ungeniert Gerüchte in die Welt setzen, einzelne oder ganze Gruppen diffamieren, die Wahrheit und Menschenwürde billig aufs Spiel setzen, um öffentliche Aufmerksamkeit zu erringen und wahlstrategische Vorteile daraus zu ziehen.

Solchen Hochmütigen setzt Gott Widerstand entgegen?

Er verhindert, dass sie mit ihrer Menschenverachtung durchkommen?

Die IS-Terroristen im Irak und die Staatsterroristen in Syrien, die populistischen Menschenfänger vom rechten Rand, sie scheinen doch Erfolg zu haben.

Die einen erzielen Landgewinne, die anderen erzielen mit ihrer Stimmungsmache Stimmengewinne und kommen in die Parlamente.

„Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade.“

Das biblische Motto ist ein Glaubenssatz. Er entspricht nur bedingt meinen Erfahrungen. Er ist getragen von Hoffnung - er strotzt geradezu davon.

Und darin liegt etwas Widerständiges.

„Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade.“ Der Glaubens- und Hoffnungssatz wird zur Kraftquelle, er verleiht innere Stärke, die vor Misserfolgen nicht einfach einknickt. Die Demütigen, das sind nicht die Mutlosen und auch nicht die Duckmäuser. Es sind die, die in aller Bescheidenheit im Blick auf sich selber geradezu hemmungslos unbescheiden auf die Zusagen Gottes setzen.

So stellen sie sich dem Hochmut in allen Erscheinungsformen in den Weg.

Um Gottes Willen bleiben sie an der Seite derer, die drohen, unter die Räder der Übermütigen zu geraten.

Mit Martin Luther singen sie: „Und wenn die Welt voll Teufel wär’, und wollt uns gar verschlingen“, so fürchten wir uns nicht so sehr, es soll uns doch gelingen.“

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