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Kirche in WDR 5 | 27.09.2017 | 06:55 Uhr

House of One

Autorin: Guten Morgen,

schlanke, helle Holzsäulen ragen hoch auf in den Himmel über Wittenberg. Sie werden bedeckt von einem leichten Dach. So entsteht ein luftiger Raum, in den man von allen Seiten reingehen kann. Den Boden bedeckt Rindenmulch. Man kann sich kleine Hocker nehmen und sich hinsetzen.

O-Ton 1 Passantin: Ich bin gestern hier mit dem Fahrrad vorbeigefahren und eigentlich fast vom Rad gefallen, weil ich den Bau so einzigartig fand. Ich hab mich immer nochmal umgedreht und mir vorgenommen, mir das hier noch mal anzuschauen. Also die Außenwirkung macht neugierig. Und deshalb bin ich heute hier hingekommen, um mir das von Nahem anzuschauen.

Autorin: Die hohe schlanke Säulenhalle in Wittenberg ist Teil der Ausstellung ‚Tore der Freiheit‘ aus Anlass des Jubiläums „500 Jahre Reformation“. So ansprechend sie ist, so ist sie doch nur das Modell eines so genannten ‚House of One‘, zu übersetzen vielleicht mit ‚Haus eines Einzigen‘. Das echte, große House of One, das soll einmal in Berlin entstehen, befindet sich aber noch in der Planung. Es soll ein Haus des einen Gottes Abrahams werden, ein Haus für die drei abrahamitischen Religionen Judentum, Christentum und Islam. In diesem House of One soll jede der drei Religionen einen eigenen Gebetsraum bekommen. Verbunden werden sollen sie durch einen Kuppelsaal als zentralem Raum der Begegnung. Dieser Kuppelsaal, die Säulenhalle ist als Modell in diesem Sommer nun schon einmal in Wittenberg zu sehen.

Was hat das Ganze denn mit Reformation zu tun, habe ich einen Passanten gefragt:

O-Ton 2 Passant: Reformation bedeutet Freiheit, innere Freiheit, Glaubensfreiheit, Freiheit auch für andere Religionen, und dafür braucht es einen geeigneten Ort.

Autorin: Damals während der Reformationszeit ist bereits ein Tor aufgegangen für die Freiheit. Martin Luther hat sich die Freiheit genommen, anders zu glauben als es damals üblich war und auch anders zu handeln. Entstanden ist eine größere Freiheit. Wenn ich das auf heute übertrage, dann bin ich gedanklich sehr schnell bei der Religionsfreiheit und auch beim Lebensraum für unterschiedliche Religionen. Deshalb gefällt mir das House of One auch so sehr. Ein Besucher meinte:

O-Ton 3 Besucher: Ich find es ein ganz spannendes Projekt, dass tatsächlich, also an einem realen Ort, die drei großen Religionen ein echtes, ein reales Zentrum haben, um das herum sie beten und zu dem hin sie wissen, dass aus dieser Mitte heraus der jeweilige Glaube entstanden ist oder die jeweilige Religion entstanden ist. Die Reformation geht dahin weiter, dass wir tatsächlich gucken, wo sind unsere Wurzeln, welche Wurzeln hat unser jeweiliger Glaube und wenn wir drei abrahamitische Religionen eine abrahamitische Wurzel haben, dann sollten wir auch mal gucken, dass wir uns darauf besinnen.

Autorin: Glauben, Geduld und Zivilcourage sind nötig für das Projekt in Berlin. Denn bis zur Umsetzung braucht es noch viele Gespräche und Verhandlungen, Schwierigkeiten müssen überwunden werden. Und Kritik von allen Seiten beantwortet werden. Aber das war während der Reformationszeit ja auch nicht viel anders.

Und so gab es in Wittenberg in diesem Sommer schon einmal eine Reihe von Gottesdiensten und Veranstaltungen zum Dialog der Religionen.

Einen guten Tag wünscht Ihnen Gerlinde Anders, Pfarrerin in Leverkusen.

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