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Kirche in WDR 2 | 16.01.2014 | 05:55 Uhr

Ich glaube, weil ich Bete

Mit dem Beten hatte ich früher große Schwierigkeiten. Ich habe es immer wieder versucht, aber es wollte nicht gelingen. – Vielleicht denken Sie jetzt: „Ein Pfarrer, der Probleme mit dem Beten hat, ist das nicht wie ein Chirurg, der kein Blut sehen kann?“ Ich habe mich das auch gefragt, jahrelang. Bis ich mir irgendwann gesagt habe: Setze nicht zu sehr auf Innerlichkeit, halte einfach durch. Und ich habe gemerkt: Man kann es lernen!

Zuerst habe ich mich an die Gebete gehalten, die ich kannte. Dann habe ich andere Texte gesucht, mich in der Bibel umgesehen, in der Liturgie der Kirche. An das, was ich als Priester beten musste, habe ich mich geradezu geklammert, wollte es immer besser kennen lernen, verstehen. Heute bete ich meistens im Schweigen. Ich brauche ja Gott nicht zu erzählen, wie es mir geht. Er ist mir näher, als ich mir selber bin. Das wichtigste Gebet ist heute für mich: täglich eine halbe Stunde Stille.

Glauben bedeutet: Vertrauen haben, eine Beziehung leben. Eine persönliche Beziehung mit Gott: danach habe ich mich immer gesehnt. Gott ist ja kein Prinzip, keine Idee, sondern – ein Du! Das glaube ich als Christ zusammen mit Juden und Moslems. Mit einem Gott, der ein Jemand ist, ein Gegenüber, kann ich sprechen. Dieser Gott nimmt mich in Anspruch. Und noch mehr: Nur ein persönlicher Gott kann lieben!

Meine Erfahrung ist, dass man Beziehungen pflegen muss, schon zwischen Menschen; man muss dafür etwas tun. Wenn auch Glauben mit Beziehung zu tun hat, dann ist es nicht so wichtig, wie ich mich beim Beten fühle; es kommt darauf an, dass ich treu bleibe. Auch wenn es schwer ist, ja sogar langweilig werden kann. Deshalb versuche ich, regelmäßig zu beten, allein und in Gemeinschaft. Wenn Zeit und Ort für mich stimmig sind, findet auch mein Herz ein Zuhause. Ganz gleich, ob ich spreche oder schweige, ob in der Kirchenbank oder auf der Bettkante: Mein Glaube hat ein Dach überm Kopf.

Und was bringt das? Ich weiß nicht, was mein Gebet bei Gott bewirkt, aber ich weiß, wie es in mir wirkt. Mit meinem Beten will ich ja nicht Gott verändern; er verändert mich! Und das gibt mir Kraft zum Weitermachen. – Also, ganz ehrlich: Mit dem Beten tue ich mich immer noch schwer. Aber das belastet mich jetzt nicht mehr. Ich bete ja nicht nur, weil ich glaube. Ich glaube, weil ich bete.

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