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Kirche in WDR 3 | 23.03.2018 | 07:50 Uhr

Ikonen-Krimi

Guten Morgen!

Er lag fast regungslos in seinem Bett, der Kaufmann aus Rom. Er spürte, bald schon könnte sein Körper den Kampf verlieren, den Kampf gegen den Tod. Dabei war er selbst für einen Menschen des 16. Jahrhunderts noch zu jung um zu sterben. Seine Augen flackerten unruhig, nervös bewegten sich die Pupillen von rechts nach links. Hinter diesen Augen, das war zu spüren, verbarg sich ein dunkles Geheimnis. Jetzt war die Zeit um es zu lüften, sein Gewissen zu erleichtern und seinem besten Freund auf der Bettkante alles zu erzählen. „Ich habe sie gestohlen und jetzt muss ich sterben“. Der Freund verstand nicht. „Auf Kreta. Unter den Waren. Versteckt habe ich sie, die Ikone mit Maria und dem Kind. Du kennst sie. Die Menschen müssen sie verehren. Sie wirkt Wunder. Bitte sorge dafür, mein Freund“.

So oder ähnlich soll laut Überlieferung die Ikone der Immerwährenden Hilfe von Kreta nach Rom gekommen sein: durch Diebstahl. Heute gehört sie zu den berühmtesten Marienbildern der Welt.

Mein letzter Urlaub auf Kreta führte mich in das bestohlene Kloster- durch Zufall. Dabei kenne ich das Bild seit meiner Kindheit. Eine Kopie hängt im Wohnzimmer meiner Eltern, aber auch in sehr vielen katholischen Kirchen. Auf ihr ist die Mutter Gottes mit ihrem Sohn Jesus auf dem Schoß zu sehen. Er hat die Größe eines Kleinkindes, aber die Gesichtszüge eines Erwachsenen. Während Maria den Betrachter liebevoll und sorgend anschaut, richtet sich der Blick des Kindes in die Ferne. Links und rechts sind die Erzengel Michael und Gabriel mit Kreuz und Speer abgebildet.

Wie gesagt das Bild kenne ich lange, die Geschichte dahinter erst seit Kurzem. Die ist nämlich noch sehr viel komplizierter. Zwischenzeitlich war die Ikone nämlich noch über Jahrzehnte verschwunden und in Vergessenheit geraten. Erst im 19. Jahrhundert hat es ein Pater wiederentdeckt. Kurze Zeit später bekam es dann der Redemptoristenorden von Papst Pius IX. zur Verehrung übertragen. Wenn Sie das Original einmal anschauen wollen, besuchen Sie die Kirche St. Alfonso in Rom, ganz in der Nähe vom Bahnhof Termini.

Ein Detail dieser Ikone packt mich bis heute: Ich erwähnte die Engelchen mit Kreuz und Speer, rechts und links von Maria. Die Marterwerkzeuge kann man schon als einen Ausblick auf den Karfreitag verstehen. Und Jesus? Dem zieht es angesichts solcher Aussichten vor lauter Schreck die Schuhe aus. Er verliert eine Sandale und klammert sich an die Hand seiner Mutter. Selbst Jesus, der Sohn Gottes hatte Angst und findet bei Maria Zuflucht: das ist Botschaft Nummer eins. Der Blick Marias auf den Betrachter ist Botschaft Nummer zwei: Ich bin nicht nur die Mutter von Jesus, sondern auch deine!

Die Erfolgsgeschichte der Ikone bis heute: eine Mischung aus geheimnisvoller Geschichte und tröstender Botschaft. Vielleicht stoßen Sie ja auch mal zufällig auf dieses Bild oder aber sie kennen es längst. So oder so wünsche ich Ihnen einen Tag mit der ein oder anderen schönen Überraschung, Ihr Pastor Simon Schwamborn aus Lippstadt

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