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Sonntagskirche | 18.12.2016 | 08:55 Uhr

Im Frieden

Guten Morgen!

Uns gegenüber führt von der Hauptstraße ein kleiner Weg ab. Er heißt „Im Frieden“. So steht es auf dem Straßenschild am Anfang des Weges. Außer diesem Schild gibt es noch andere Schilder in dem kleinen Weg: zum Beispiel ein Halteverbotsschild. Denn der Weg ist wirklich schmal, da käme kein Auto mehr vorbei, wenn man da am Straßenrand parken würde. Und weil die Kinder unseres Viertels auf ihrem Weg zur Schule „Im Frieden" gern als Abkürzung nehmen, hat man auch ein dreieckiges Warnschild mit „Achtung Kinder“ aufgestellt. Ach ja, einmal wurde an einem Haus, das hart am Bürgersteig steht, die Fassade erneuert. Da war der Weg gleich mit verbaut und man musste sich deshalb an die gelben Umleitungsschilder halten.

Die Menschen, die „Im Frieden“ leben, scheinen mir immer ein bisschen entspannter als wir anderen zu sein. Es ist, als ob der Straßenname auf ihr Leben abgefärbt hat. Ich habe dort noch nie jemanden schreien gehört. Ich habe nie miterlebt, dass ein Bewohner der Straße das Halteverbot überschritten oder die Kinder auf ihrem Weg übersehen hätte. Sie wissen ja, dass diese Gebote zum Wohle aller aufgestellt sind, nämlich dass es friedlich „Im Frieden“ bleibt.

Aus haargenau dem gleichen Grund haben Juden die Tora, ihre Gesetze also, als Hinweise und Schilder zum guten Überleben verstanden. Sie sahen in den Geboten, den Rechtssatzungen und göttlichen Hinweisen einen Weg zum erfüllten Frieden. Deshalb heißt es auch in dem längsten Psalm, der in der Bibel abgedruckt ist: „(Gott), großen Frieden haben, die (die) dein Gesetz lieben; sie werden nicht straucheln.“ (Psalm 119,165).

Gottes Lebensregeln von Herzen gern befolgen. Mit großer innerer Beteiligung, ja Liebe. Das hat Folgen. Das schafft Frieden in mir und um mich herum: Wenn ich zum Beispiel Respekt vor jedem einzelnen Menschen habe – dann ist klar: Ich werde ihn nicht zuparken. Als Vater werde ich gut für meine Kinder sorgen. Oder: Wenn ich in meiner Meinung nicht festgelegt bin, sondern offen für die Meinung anderer, dann nehme ich auch Umwege in Kauf, damit andere zu ihrem Recht kommen.

„Peace-ful“ sagen die Engländer zu dieser Haltung, „Te-vreden“ die Niederländer und ich freu mich, weil ich „zu-Frieden“ bin. Die Gesetze Gottes, seine Hinweisschilder mit Regeln, die das Leben schützen – sie helfen mir, mein Leben „Im Frieden“ zu führen. Das geht aber nur, wenn ich durch diese kleine Straße gehe und friedliche Gedanken für ihre Anwohner entwickele. Früher gab es – und es gibt sie bis heute - leider auch große Heerstraßen, über denen stand auf Lateinisch ein Satz von Flavius Vegetius Renatus „Si vis pacem para bellum“. Das heißt übersetzt: Wenn Du den Frieden willst, rüste Dich für den Krieg. Das ist in etwa das genaue Gegenteil von dem, wovon im Psalm die Rede ist. Rüste Dich für den Krieg – das setzt die Schilder der friedlichen Straßen außer Kraft. Da stehen dann auf dem Bürgersteig überall Kanonen und die Kinder werden in die Häuser gescheucht und die Umleitungen nicht beachtet. Panzer walzen alles platt. Sicher ist sicher. Ich glaube, das würde die Menschen, die ich „Im Frieden“ kenne, erschrecken und natürlich auch verändern. Durch Unfrieden wächst nämlich nie etwas Gutes, wohl aber durch die Liebe zu Gottes Lebensregeln und damit zu allen anderen Menschen auch. In diesem Sinne einen recht friedvollen 4. Advent wünscht Ihnen Pfarrer Max Koranyi aus Königswinter

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