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Kirche in WDR 2 | 08.09.2016 | 05:55 Uhr

Im Gleichgewicht der Mönche

Was sind das für bekloppte Zeiten! Selbst im Sommerloch: Die Nachrichten können mit 5 Minuten gar nicht auskommen, um alles zu berichten. So viele Meldungen treiben uns schon seit Monaten um. Selbst im Urlaub hat mich der „Gong“ der Tagesschau-App derart oft aufschrecken lassen – ich kann mich nicht erinnern, wann das zuletzt so war. Die innere Unruhe hört gar nicht mehr auf, weil immer wieder etwas Neues, etwas Erschütterndes kommentiert, diskutiert, kondoliert werden muss. Einerseits wollte ich im Urlaub ja abschalten, aber andererseits konnte ich mich ja auch nicht so völlig aus der Welt zurückziehen. Ob in den Nachrichtenspalten oder den sozialen Netzwerken: Da muss ich doch dranbleiben!

Was mir da im Urlaub geholfen hat: das Leben der Mönche. Nein, ich habe mein Leben jetzt nicht völlig umgekrempelt: Ich bin weiterhin verheiratet, habe 2 Kinder, habe mich nicht hinter Klostermauern zurückgezogen. Aber die Klöster speichern bis heute Jahrhunderte altes Wissen zur Lebenskunst. Und das kann in diesen Zeiten helfen, das richtige Maß von Ruhe und Abstand wieder zu gewinnen.

Es gibt da ein Prinzip der Benediktinermönche, das beschreibt, wie wichtig diese Haltung eigentlich ist. Das Leben soll eine Abwechslung von Kontemplation und Aktion, von Ruhe und Besinnung einerseits sowie Handlung und Arbeit andererseits sein. Beides soll in einem gesunden Gleichgewicht zueinander stehen. Wer mal bei den Benediktinernonnen oder -mönchen war, der weiß, dass bei denen der Anteil mit Ruhe und Besinnung recht groß ist. Aber auch für Alltagschristen wie mich ist der Rückzug in die Ruhe wichtig. Ich kann nicht immer an allem Anteil nehmen, zu allem Stellung beziehen, alles aufnehmen und mich über Vieles aufregen. Ich muss einen Schritt zurücktreten, Abstand gewinnen, mir das Ganze mal in Ruhe anschauen, um nicht immer auf alles sofort reagieren zu müssen, sondern um mir eine eigene Position, eine eigene Weltsicht neu zu bilden. Dabei geht es dann nicht nur um das irre Weltgeschehen, das uns die Medien präsentieren, sondern auch um meinen Alltag, meine Arbeit, meine Beziehungen.

Der Mönchsvater Benedikt hat jedoch gesagt: Nach der Kontemplation kommt dann auch wieder die Aktion. Mit der in der Ruhe neu gewonnenen Weltsicht muss ich dann auch wieder etwas anfangen, muss loslegen, meine Welt und unsere Welt gestalten. Aus dem Rückzug muss etwas Neues erwachsen.

Wer in solchen Zeiten dieses Gleichgewicht nicht aus den Augen verliert, der kann vielleicht sogar an Stärke gewinnen. Also: Nicht so bekloppt wie unsere Zeiten, diese Mönche…

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