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Hörmal | 04.12.2016 | 07:45 Uhr

Im Schutz der Kamera

Autorin:

Wenn der Menschenrechtsaktivst Musa Abu Hashhash durch seine Heimatstadt Hebron spaziert, hat er eins immer dabei: seine Videokamera. Die Hände auf dem Rücken verschränkt, trägt der rundliche kleine Mann mit dem zerfurchten Gesicht sie unauffällig bei sich. Hebron ist ein heiliger Ort für Juden und Muslime. Hier ist das Grab des Propheten Abraham. Genau deshalb aber ist die Stadt auch ein Brennpunkt der Konflikte zwischen Israelis und Palästinensern. Die Altstadt ist zur Geisterstadt geworden, ein Ort von Hass und Gewalt, sagt Musa Abu Hashhash:

O-Ton/Overvoice:

(In the city itself three people .... ) Allein hier in der Altstadt sind in den letzten beiden Tagen drei junge Palästinenser erschossen worden. Die Armee sagt, sie wären mit dem Messer auf Soldaten losgegangen, aber die Videos unserer Kamera-Freiwilligen zeigen, dass sie darauf auch anders hätten reagieren können. Sie haben den Finger immer am Abzug. Das Leben eines Palästinensers ist weniger wert als eine Kugel (... cheaper than the bullets).

O-Ton/Atmo

Autorin:

Drehkreuz an einem der vielen Checkpoints in Hebron. Sie riegeln die Altstadt mit den heiligen Stätten ab vom Rest der Stadt. Exklusiv für gut 800 ultraorthodoxe jüdische Siedler, beschützt von vermutlich über 1000 Soldaten.

Das ehemals pulsierende Basarviertel ist seit der zweiten Intifada im Jahr 2000 zur No-Go-Area für Palästinenser geworden, eingeschlagene Türen, vergitterte Fenster. Ein gefährliches Leben für die wenigen verbliebenen Familien, die nicht aufgeben wollen. Faiza Abu Shamsiyeh mit ihrem Mann und den vier Kindern etwa. Auch sie ausgestattet mit einer Kamera:

3. O-Ton/Ovevoice:

(O-Ton unterlegen, am Ende nicht frei) Die Kamera ist ein Schutz für mich, dann greifen die Soldaten und Siedler weniger an, weil sie Angst haben, dass das öffentlich wird; auch am Checkpoint, wenn Frauen bei der Kontrolle schikaniert werden. Die Kamera macht uns stark, weil wir alles filmen und dann wird es im Internet veröffentlicht.

Autorin:

Eine Kamera als Schutz vor Gewehren, nächtlichen Razzien und Tränengas. Das klingt nach David gegen Goliath. Aber es erinnert auch an einen provokativen Satz, den Jesus seinen Jüngern gesagt hat: „Wenn dich einer auf die linke Wange schlägt, dann halte ihm auch die andere hin“ (Matthäus 5:39). Mit anderen Worten: Nicht fliehen, nicht aufgeben, keine Gegengewalt, sondern den andern mit seinem unrechten Tun konfrontieren. Und es öffentlich machen. Genau das tun die Kamera-Freiwilligen - wie viel Mut muss das kosten!

4. O-Ton/Overvoice:

(From my point of view ....) Ich sehe darin eine Art, sich mit dem Problem selbst auseinander zu setzen, wie eine Therapie: die Menschen haben Angst vor etwas, dann filmen sie es und dadurch werden sie mutig und die Angst verschwindet (.. .takes the feeling they had)

Autorin:

... sagt die palästinensische Christin und Filmemacherin Rima Essa. Sie betreut das Kamera-Projekt der Menschenrechtsorganisation B’Tselem in Jerusalem und bereitet das Material fürs Internet auf, für Zeitungen oder Gerichtsprozesse.

Auch Jesus ging es beim Gebot der Feindesliebe vor 2000 Jahren nicht darum, Leid einfach passiv hinzunehmen. Vermutlich würde es ihm gefallen, dass in Hebron und anderen Hotspots rund 250 Kameras von couragierten Menschenrechtsaktivisten im Einsatz sind - gewaltfreier Widerstand im Heiligen Land.

Im Internet: http://www.btselem.org/video/cdp_background

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