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Kirche in WDR 2 | 15.07.2016 | 05:55 Uhr

In Polen

Einer meiner Neffen hat eine polnische Ärztin geheiratet. Unsere beiden Pfarrsekretärinnen stammen aus Polen. So interessiere ich mich für die Entwicklung der polnischen Kirche. Auch sind wir vor vierzig Jahren mit unserem Kurs im Priesterseminar eine Woche nach Polen gefahren, um die Kirche dort kennenzulernen.

Der erste Papst aus Polen, Johannes Paul II. hat ohne Zweifel bewirkt, dass der Eiserne Vorhang sich geöffnet hat. Seine Unterstützung der Gewerkschaft Solidarnosc hat Lech Walesa und seinem Team den Rückenwind gegeben, der Polen zu einem freien Land in Europa gemacht hat.

Am 20. Juli beginnt in Krakau in Polen der Weltjugendtag mit der Woche der Begegnung. 600.000 Jugendliche werden erwartet. Grosses Kino. Der Papst kommt selber auch nach Krakau. Wird er auf die drängenden Fragen eingehen? Ich bin gespannt.

Die polnische Regierung wehrt sich gegen die Aufnahme von Flüchtlingen. Der Papst fuhr nach Lampedusa. Bei der Entgegennahme des Karlspreises plädierte er für ein offenes Europa. Welche Botschaft richtet er an die Jugend?

Man glaubt es kaum, aber vor Ostern haben tatsächlich einige polnische Bischöfe dazu aufgerufen, Oppositionspolitikern den Empfang der Heiligen Kommunion im Gottesdienst zu verweigern, weil sie sich gegen die Abschottungspolitik der aktuellen Regierung aussprechen.

So geht es nicht. Der Papst will die Herzen der jungen Menschen bewegen. Gerade im Jahr der Barmherzigkeit, das er ausgerufen hat, ist eine Öffnung der Grenzen für Flüchtlinge geboten.

Klar, in Polen ist die Katholische Kirche seit Jahrhunderten für die Identität der Nation unverzichtbar. Der Glaube hat das Volk zusammengehalten, gerade auch in den Jahren des Dritten Reiches, als wir Deutschen unendliches Leid über Polen brachten.

Heute geht es um die Glaubwürdigkeit einer Kirche, die nicht mehr mit dem Staat paktiert. Es geht um demokratische Kultur. In Polen verbreitet leider der kirchliche Sender Radio Maria noch immer latent antisemitische Tendenzen.

So ist der Besuch des Papstes in Polen nur vordergründig ein frommes Event, in Wirklichkeit ein hochpolitischer Moment. Ich hoffe sehr, dass der Papst deutlich für Demokratie, Meinungsfreiheit und die Unterstützung der Flüchtlinge eintritt.

On verra, wir werden es sehen und hören!

Copyright Vorschaubild: Weltjugendtag_2016,_Logo Silar wikimedia

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