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Kirche in WDR 2 | 23.09.2014 | 05:55 Uhr

Jesus im Kühlschrank

Manchen Menschen begegnet Jesus ja im Kühlschrank – oder seine Mutter, Maria. Da sieht jemand sein bärtiges Gesicht in einem Marmeladenrand auf dem Glasboden, im bläulichen Schimmel auf Joghurt oder auf einem Pfannkuchen, wie es der Besitzerin eines amerikanischen Diners ergangen ist. Die Geschichten von solchen Erscheinungen laufen immer wieder durch die Medien und scheinen sich zu häufen. Zum Beispiel der berühmte Käsetoast mit Marienerscheinung, der für 28000 Dollar versteigert wurde. Jesuserscheinungen gibt es aber auch auf Kartoffeln und Fischstäbchen, allerdings vorwiegend in den USA. Die Leckereien werden dann zu Gegenständen der Christusverehrung oder einfach zu einem skurrilen Ausstellungsstück.

Neu ist an der Sache nun mal gar nichts. Seit frühesten Zeiten gibt es im Christentum Jesus- und Marienerscheinungen. Überliefert sind vor allem die ganz geschichtsträchtigen, die, wo Jesus selbst oder in Form seines Kreuzes dem römischen Kaiser Konstantin oder dem Frankenkönig erschienen ist, um sie siegreich in die Schlacht zu führen. Maria erscheint offenbar alle paar Jahre durch die Jahrhunderte hinweg an allen Stellen der Welt und Menschen aus allen Schichten. Manchmal finden auch Heilungen statt und zu vielen dieser Orte pilgern Millionen von Menschen. Ganz groß: Lourdes. Dabei bin ich überzeugt: Da geschehen bis heute echte Wunder und diese Wallfahrten dorthin geben Menschen Sinn und Halt.

Vielleicht ist der Käsetoast oder Pfannkuchen mit Jesus-Gesicht einfach der moderne Ausdruck dieser Frömmigkeit – so eine Art Heiligenbilder des Konsumzeitalters. Immerhin sind die Menschen, die diese Entdeckungen mitten in ihrem Alltag machen, davon berührt und sehen es als Zeichen an, dass Gott in der Welt gegenwärtig ist, dass er sie nicht verlässt. Es gibt auch muslimische Gemeinden, die Erscheinungen des Namens Allahs in der Welt, sei es im Wasserfleck, als Kaktus oder als Schriftzug in den Wolken sammeln. Alle diese Menschen suchen nach der Bestätigung, dass Gott in der Welt ist, dass er ihnen nahe ist. Und manchen ist so eine Erscheinung dann sogar viel Geld wert.

Es ist schwierig, diese Erscheinungen einzuordnen. Irgendwo zwischen Spinnkram und aufrichtigem Glauben. Manches wirkt lächerlich, manches berührt.

Die überzeugendste Art zu zeigen, dass Gott in der Welt ist, liegt für mich aber nicht in Jesu Erscheinung auf einem Betonstück oder in einer Kartoffel, sondern in Menschen, die mir bezeugen, dass er lebt. Am überzeugendsten, indem sie so leben, als ob es Gott gibt. Und ich kenne viele, die das genau so tun. Da brauche ich keinen Käsetoast.

Copyright Vorschaubild: Giò CCBY 2.0 flickr

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