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Kirche in WDR 4 | 19.12.2014 | 08:55 Uhr

Josef und die Engel

Guten Morgen!

Jahr für Jahr feiere ich Weihnachten, und doch immer wieder anders, weil ich selbst anders geworden bin im Laufe eines Jahres. Nach einem gelebten Jahr ist das Gleiche nicht dasselbe. Meine Freuden und mein Kummer dieses zu Ende gehenden Jahres haben mich verändert. Was vor einem Jahr noch wichtig war, hat an Wichtigkeit verloren vielleicht angesichts des Todes eines lieben Menschen, oder mit einer Krankheitsdiagnose, die mich in diesem Jahr getroffen hat. Alles ist anders. Und die Rituale des Lebens helfen uns, mit den Veränderungen zurecht zu kommen, sie in eine gute Ordnung zu bringen, so dass wir das Leben verstehen.

Zum Weihnachtfest gehört für viele das Ritual, eine Krippe aufzubauen. Und damit Weihnachten nicht einfach nur eine Unterbrechung des Alltags wird sondern ein Fest, das den Alltag mit einsammelt, hilft es, sich die Bestandteile einer Krippe einmal genauer anzuschauen. In meiner Klostergemeinschaft pflegen wir den Brauch, mit einer Krippenfigur durch den Advent zu gehen. Dabei wählen wir sie nicht aus, sondern ziehen sie wie ein Los. In unserer Weihnachtsfeier am Heiligen Abend bringt dann jede ihre Figur mit, damit wir gemeinsam diese Krippe aufbauen. Und während sie sie an ihren Platz stellt, erzählt sie zugleich, was sie mit dieser Figur im Laufe des Advent erlebt hat.

So wird eine Schwester uns etwas vom heiligen Josef erzählen und eine andere vom Engel. Biblisch stehen die beiden in einer engen Verbindung, denn das Wichtigste, was wir von Josef wissen, ist, dass er immer wieder tut, was der Engel ihm von Gott her aufträgt. Josef steht an der Krippe als der Schweigende und Hörende, der nicht sich selbst in den Vordergrund bringt. Er stützt vielmehr diejenigen, die den Vordergrund ausmachen. Er hört und handelt. Dabei steht er in enger Verbindung zum Engel, zum Boten Gottes, der ihm die Richtung seines Handelns angibt.

Mit dem Josef der Krippe durch diesen Tag zu gehen, lässt einen uns aufmerksam sein auf die, die unsere Unterstützung brauchen, die gestützt und beschützt werden müssen, wie es auch eine Aufgabe der Engel ist.

Heute vor 70 Jahren hat Dietrich Bonhoeffer in einem Brief aus seinem Gefängnis ein Gedicht niedergeschrieben, das bis heute viele berührt und tröstet. In der letzten Strophe sagt er: „Von guten Mächten wunderbar geborgen, / erwarten wir getrost, was kommen mag. / Gott ist bei uns am Abend und am Morgen / und ganz gewiss an jedem neuen Tag.“ Geschrieben in einer Situation äußerster Bedrohung ist der Trost dieses Liedes um so tiefer und glaubwürdig.

Vielleicht kann Sie, liebe Hörer und Hörerinnen, der heilige Josef heute an die Hand nehmen und lehren, auf die Boten Gottes zu achten, den „guten Mächten“ zu trauen, die auch uns umgeben.. Und je näher wir dem Weihnachtsfest kommen, mag uns in allem Trubel dieser Tage eine weitere Strophe aus Bonhoeffers Gedicht begleiten: „Wenn sich die Stille nun tief um uns breitet, / so lass uns hören jenen vollen Klang / der Welt, die unsichtbar sich um uns weiter, / all deiner Kinder hohen Lobgesang.“

Dass Sie im Alltagslärm ein Hauch dieses vollen Klanges anrührt, wünscht Ihnen für heute Sr. Ancilla Röttger aus Münster.

Copyright Vorschaubild: Pfarrei St. Bonifatius CCBY - SA 2.0 flickr.

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