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Kirche in WDR 3 | 19.12. 2018 | 07:50 Uhr

Josef-Zur Ruhe kommen

Guten Morgen,

In dieser Woche schaue ich mir meine Weihnachtskrippe an. Jede Figur darin hat eine andere Rolle. Und jede hat mir etwas zu erzählen.

Heute betrachte ich Josef.

Ich nehme die Figur in die Hand. Josef schaut mich an – und ich beginne laut zu denken:

Josef. In der Weihnachtsgeschichte der Bibel steht fast nichts über dich. Nur der Evangelist Matthäus erzählt ein bisschen von dir.

Was ist mit dir? Warum stehst Du immer so weit abseits vom Familienglück?

Du scheinst mir mehr Nebendarsteller zu sein, als einer mit einer Hauptrolle.

Wenn du mit aufs Bild darfst, dann stehst du im Hintergrund, hast einen Stab oder eine Laterne in der Hand, wie einer der Hirten!

Oft wirst du als alter Mann dargestellt, Josef, damit bloß keiner auf die Idee kommt, du könntest doch der leibliche Vater von Jesus sein.

Wie es dir wohl damit geht?

Der Evangelist Matthäus verrät es mir. Da lese ich in der Bibel:

Du windest dich in Selbstzweifeln, und findest keine Ruhe damals.

Gedanken rasen durch deinen Kopf:

Sprecher (Josef): „Es kann nicht mein Kind sein, das Maria bekommen hat. Ich habe sie doch nie angerührt.

Ist da ein anderer? Wer ist es? Wie konnte ich mich in ihr nur so täuschen? Aber ich kann es mir einfach nicht vorstellen, dass Maria, dass sie mich.... Nein!

Warum redet sie nicht mit mir? Ich dachte wir lieben uns.

Ich liebe sie.

Ich höre schon das Geläster: Wie kann er das auf sich sitzen lassen!

Besser ist: Ich hau ab. Dann passiert ihr vielleicht nichts... Dann setze ich sie nicht der Hetze der Menschen aus...“

Autorin: Ich kann deine Gedanken nachvollziehen, Josef. Und ich lese weiter beim Evangelisten Matthäus: Mitten in deine Gedanken, die dich bis in deinen Schlaf beschäftigen, kam vor Monaten dieser seltsame Traum.

Da steht ein Engel vor dir, Josef.

Und der Engel sagt:

Sprecher/in (Engel): „Dieses Kind kann man nicht zeugen, dieses Kind bekommt man geschenkt. Du hast von Gott dieses Kind bekommen. Deshalb ist es dein Kind, Josef.

Und du liebst Maria, dieses junge Mädchen.

Und du beginnst dieses Kind zu lieben, das noch nicht geboren ist.

Hab keine Angst!

Langsam findest Du Ruhe.“

Autorin: Du erwachst aus deinem Traum, Josef, und aus dem Gedankenkarussell.

Spürst, dass du zu Maria und ihrem Ungeborenen gehörst.

Alles, was dich so beschäftigt kommt langsam zur Ruhe.

Wenn du deine Frau ansiehst.

Du begreifst, Ruhe findest du nur in der Liebe.

Josef, du bist seit dem Traum von den Zweifeln zurückgetreten und hast dich hinter Maria und das Kind gestellt.

Du hast von dem Engel gehört: Hab keine Angst!

Und ich denke: Vielleicht hören wir heute es ja eines Tages auch. Für uns und unsere Familiengeschichten.

Vielleicht hören wir:

Fürchte dich nicht! Hab keine Angst!

Auch wenn es ganz und gar nicht perfekt ist.

Auch wenn da einiges noch ungeklärt ist.

Lass zu, dass die Liebe dir die Antworten gibt auf deine Fragen.

Josef, dein Name bedeutet:

Gott möge ergänzen.

Ganz gleich, wo ich, wo wir heute stehen, am Rand oder in der Mitte unserer Familiengeschichten. Ob allein oder in der Großfamilie.

Gott möge ergänzen, was und wo wir es dringend brauchen. Damit wir zur Ruhe kommen.

Es grüßt Sie, Pfarrerin Anne Wellmann aus Duisburg.

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