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Sonntagskirche | 26.04.2015 | 08:55 Uhr

Jubilate deo!

Ihnen allen einen guten Morgen. Da, schau mal, rief unsere fünfjährige Enkelin. Sie hatte etwas Aufregendes entdeckt: Ameisen, die in langer Karawane über den Erdboden unseres Gartens zogen. Jette kroch ihnen hinterher.

Da, schau mal! Ihr Ruf duldete keinen Aufschub, kein zu Ende Telefonieren, kein noch eben die Hände abtrocknen, kein ich komme gleich. Jetzt musste ich den Ameisen zuschauen. Jetzt! Kinder sind zum Bersten voll vom Schauen und Staunen und Mitteilen. Dann darf nichts anderes Vorrang haben. Sie beobachten eine Spinne auf der Lauer und das Glitzern ihres kunstvollen Netzes, entdecken den Zug der Kraniche nach Norden am klaren Frühlingshimmel und finden den Igel mitten im Gestrüpp. Da, schau mal, rufen sie.

So kann es auch uns Großen gehen, wenn wir uns wieder auf das Staunen einlassen: Da schau mal! Nach Jahren in den Weltmeeren kehren Lachse zum Ablaichen zielgenau in das Süßwasser ihrer Jugendzeit zurück. Es summt im Bienenstock - ob im Sommer oder Winter immer bei 37°. Konstant ist die Lichtgeschwindigkeit seit Milliarden Jahren. In verlässlicher Richtung strömen die Elektronen durch das Silicium der Mikrochips. Die Nachtigall singt immer noch ihr Jahrtausende altes Lied. Wunderbare Welt. Lausch mal! Schau mal! Im Staunen verstummt der Zweifel - wenigstens für einen Augenblick.

Zweifel gibt’s mehr als genug. Warum ist etwas und nicht vielmehr nichts? -lautet eine alte Menschheitsfrage. Alles Leben ist dem Tod, dem Nichts abgerungen, ist gefährdetes, bewahrtes Leben - und darum einmalig und kostbar. Als die Schöpfungsgeschichte, am Anfang der Bibel, aufgeschrieben wurde, war Jerusalem in Schutt und Asche gelegt von babylonischen Truppen. Die Bewohner konnten sich nur mühsam wieder aus dem Staub erheben. Da schrieben einige nieder, was ihr tiefster Glaube war: diese Welt ist nicht des Teufels. Sie gehört Gott und ist von ihm erschaffen.

Es werde Licht war Gottes erstes Schöpfungswort. Vor seinem Licht wich und weicht die Finsternis, weitet sich der Horizont zum Lebensraum seiner Geschöpfe. Leben beginnt. Licht ist Gottes Kleid: im fernen Orionnebel, beim Sonnenaufgang am Matterhorn, am weiten Meer oder auch, wenn warme Sonnenstrahlen morgens meine Nase kitzeln. Licht erschafft das Grün der Pflanzen und wirft dem Künstler den Glanz auf die Farben. Licht weckt unsere Lebensgeister, wenn die Tage nun wieder länger werden. Mit Lichtgeschwindigkeit sind wir verbunden rund um den Erdball über Kontinente. Die Schöpfungsgeschichte ist voller Staunen über Gott und seine Schöpfung.

Manchmal kommt sie mir ganz nah. Mit dem ersten Morgengrauen stehe ich auf. Wir zelten am See. Alles ist still. Ich setze mich ins Boot und paddele hinaus. Dunst liegt auf dem Wasser. Langsam steigt hinter den Bergen die Sonne auf. Kleine Wellen schlagen an die Bootshaut, ein leichter Wind kräuselt das Wasser. Darauf ein langes Sonnenband, es läuft genau bis an mein Boot. Die Vögel erwachen und singen dem Schöpfer zum Lob.

Morgenlicht leuchtet, rein wie am Anfang. Frühlied der Amsel, Schöpferlob klingt. Dank für die Lieder, Dank für den Morgen,Dank für das Wort, dem beides entspringt.

Einen hellen, gesegneten Sonntag wünsche ich Ihnen. Ihr Pfarrer Alfred Buß aus Unna

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