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Kirche in WDR 4 | 05.12. 2018 | 08:55 Uhr

Kamel und Nadelöhr

Guten Morgen!

Was haben Kamele und Nähnadeln miteinander zu tun?

In Iserlohn steht ein Nadelmuseum. Denn im Sauerland hat man in der Industrie lange Zeit dicke und dünne Drähte hergestellt. Und aus diesem hochwertigen Draht hat man dann wiederum die unterschiedlichsten Nadeln gemacht. Neben dem Nadelmuseum befindet sich ein Park mit einem Spielplatz.

Auf dem Spielplatz steht ein übergroßes Kamel aus Holz. Und Nadeln, die so dick wie ein Baumstamm sind. Durch die Nadelöhre passen fingerdicke Taue, die zu einem Netz verwoben sind. Und so reiten die Kinder auf dem Holzkamel und klettern über das Netz, das zwischen den Nadeln ausgespannt ist.

Es gibt ein Wort von Jesus, das in der Bibel steht. Da spricht Jesus mit einem reichen, jungen Mann. Der sehnt sich nach ewigem Leben und fragt, was er dafür Gutes tun kann. Als Jesus ihm vorschlägt, seinen Reichtum abzugeben, geht der junge Mann traurig fort. Daraufhin sagt Jesus zu seinen Jüngern:

„Ich versichere euch: Für einen Reichen ist es schwer, in das Himmelreich zu kommen. Um es noch deutlicher zu sagen: Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher ins Reich Gottes kommt.“ (Matthäus 19,23f, NGÜ)

Es gibt zwei Erklärungen, wie Jesus auf dieses merkwürdige Bild vom Kamel und dem Nadelöhr gekommen ist: Es gab wohl ein Tor in Jerusalem, das man „Nadelöhr“ nannte. Denn es war schmal und klein. Selbst ein Mensch konnte nur gebückt hindurchgehen, geschweige denn ein Kamel. Andere Theologen vermuten, dass zwei griechische Wörter verwechselt wurden: Das Wort für Kamel: Kàmälos und das Wort für ein Tau: Kamìlos. Also: „Eher geht ein Tau durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher ins Reich Gottes kommt.“

Wie dem auch sei, klar ist, was Jesus mit diesem Wort gemeint hat. Kein Wunder, dass die Jünger und die umstehenden Leute von dieser Aussage irritiert sind und fragen: „Wer kann dann überhaupt gerettet werden?“ Während ich darüber nachdenke, sehe ich, wie fröhlich die Kinder auf dem Holzkamel reiten und sich an den Tauen der übergroßen Nadeln hochziehen. Und ich denke: Das ist die Antwort! Kinder haben zunächst einmal keinen Besitz. Sie leben, weil sie alles von ihren Eltern bekommen. Ein Zuhause. Das Bett im Kinderzimmer. Kleidung und Nahrung. Sie machen sich keine Sorgen über die Zinsentwicklung.

Und doch sind sie reich. Sie haben Eltern. Und die Eltern haben alles, was sie brauchen. Kinder, die ihren Eltern vertrauen können, haben es leichter, gelassen und fröhlich zu sein. Das hat Jesus wohl gemeint mit der Redeweise vom Kamel und dem Nadelöhr.

Als Vater von Kindern brauche ich allerdings ein Konto, das nicht leer ist. Ich brauche Geld, mit dem ich meine Kinder versorgen und ihnen eine Perspektive für die Zukunft geben kann.

Als Christ glaube ich jedoch, dass alles, was ich habe, was meinen Reichtum ausmacht, von Gott geliehen ist. Er hat es mir geschenkt. Und ich soll verantwortlich damit umgehen. Ja, sogar bereit sein, es wegzugeben, um das wahre Leben zu finden. Ich muss nicht „Meister meines Lebens“ sein, sondern darf mich – wie es in der biblischen Geschichte vom Kamel und Nadelöhr heißt - als „Kind Gottes“ verstehen. Das heißt: Auf Gott vertrauen.

Ihr Christoph Neumann, Pastor in Hemer.

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