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Hörmal | 21.12.2014 | 07:45 Uhr

Keine Angst vor Weihnachten

Keine Angst vor Weihnachten! In vier Tagen ist es wieder soweit und vielleicht gehören Sie ja zu denjenigen, denen das alles Stress bereitet – vor allem Beziehungsstress. Es ist ja nicht ganz ohne: Heiligabend, die Weihnachtstage. Auf einmal soll es friedlich sein, im Kreis der Familie. Dabei knirscht es zwischenmenschlich gerade in dieser Zeit: Laut einer Umfrage streiten 31 Prozent der Paare darüber, bei wem Weihnachten verbracht wird, 17 Prozent über die Dekoration und sechs Prozent bekommen sich über das Festmahl in die Wolle.

Von kleinen Verstimmungen bis zu großen Grabenkämpfen um Kleinigkeiten kann alles vorkommen – habe ich auch schon erlebt. Und manchmal rettet die Einsicht: Schlimmer geht immer.

Vor genau hundert Jahren etwa. Da herrschte bekanntlich Krieg – in Deutschland, in Europa, weltweit – der erste Weltkrieg. Das größte bis dahin da gewesene Gemetzel. Und just an Heiligabend 1914 warfen die Deutschen die erste Fliegerbombe auf britischen Boden ab. Die explodierte ausgerechnet in einem Pfarrgarten in Dover. Aber wie gesagt: Schlimmer geht immer. Es hätte auch die voll besetzte Kirche nebenan treffen können.

Es kann aber auch anders gehen. Wieder Weihnachten vor hundert Jahren: Damals ist etwas Außergewöhnliches passiert. Etwas unerhörtes, von dem noch Generation danach sprechen. An diesem Heiligabend 1914 beschlossen nämlich die verfeindeten Kämpfer an der Ost- und Westfront, ihre Waffen niederzulegen. Gegen den Befehl der Militärobrigkeit. Dieser Weihnachtsfriede von 1914 ging in die Geschichte ein. Und vielleicht war es nur das Weihnachtsfest, das damals schaffen konnte, dass es mitten im Ersten Weltkrieg zu spontanen Verbrüderungen kam. Weil auf beiden Seiten die Leute wussten, worum es ging: Weihnachten ist das Fest des Friedens.

Ok, das war damals - können Sie jetzt sagen. Heute sehen viele im Weihnachtsfest keine Glaubensfeier, sondern eher eine Pflicht, manchmal eine lästige. Ein Datum, an dem man so tun soll, als ob alles heile Welt wäre. Ist es ja nicht. War es aber auch nicht 1914.

Mir wird von Jahr zu Jahr klarer: Weihnachten ist ein Beschluss – so wie damals bei den Soldaten an der Ost- und Westfront. Wer nicht im Inneren beschließt, Weihnachten zu feiern, für den wird das Fest auch keinen Sinn machen. Ja, es gibt X Gründe, die mich abhalten können, zu diesem weihnachtlichen Frieden zu kommen. Ja, es gibt die großen und die kleinen Grabenkämpfe. Auf meiner Arbeit, in meinen Beziehungen gibt es genug, was nicht weihnachtlich ist. Aber es liegt doch an mir, ob ich – wie die Soldaten 1914 – den Mut habe zu sagen: Trotz allem: jetzt ist Weihnachten. Und ich habe schon öfter erfahren, dass es dann nicht nur heißen muss: Schlimmer geht immer – sondern auch: Alles wird gut.

Also: keine Angst vor Weihnachten! Dass es für Sie gut wird, dieses Weihnachtsfest – das wünsche ich Ihnen!

Copyright Vorschaubild: funky1opti IMG_1214 CCBY2.0 flicker

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