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Kirche in WDR 2 | 11.02.2017 | 05:55 Uhr

Kinoverkündigung

Kinoverkündigung: Film „Fences“ (Kinostart: 16. Februar 2017)

Graciela Sonntag

O-Ton:

Manche bauen Zäune, damit Leute nicht rein können. Und andere, damit Leute nicht raus können.

Im Zäune und im Mauern bauen, sind Menschen leider immer wieder gut.

Das zeigt in diesen Tagen in verstörender Weise Donald Trump.

„Fences“ – Zäune heißt auch der vierfach oskarnominierte Film, der in der kommenden Woche in die Kinos kommt. Es ist die Verfilmung des gleichnamigen Theaterstücks von August Wilson.

Wilson blickt in einem ganzen Theaterzyklus auf ein amerikanisches Jahrhundert zurück, das mit Sklaverei und Rassentrennung das Leben unzähliger Afroamerikaner geprägt hat – durch Unterdrückung und Ausgrenzung.

„Fences“ beleuchtet ein Jahrzehnt dieses vergangenen Jahrhunderts. Und kein geringerer als Denzel Washington hat sich des Stoffs angenommen und ihn auf die Leinwand gebracht – mit sich in der Hauptrolle.

Der Film spielt im Pittsburgh der 1950er Jahre. Der Afroamerikaner Troy Maxson träumte einst von einer Karriere als Baseball-Spieler. Doch in seiner Jugend herrschte Rassentrennung im Sport. Als die Major League endlich schwarze Spieler zuließ, war er bereits zu alt. Mit kleinem Gehalt als Müllmann bringt Troy nun seine Familie durch.

Er versucht seiner Frau Rose ein guter Ehemann zu sein und seinem Sohn Cory ein guter Vater – bis Cory ein aussichtsreiches Angebot bekommt.

O-Ton:

Rose: Er wurde für die College-Football-Mannschaft ausgewählt.

Troy: Das wird den Jungen nicht weiterbringen.

Troy will nicht glauben, dass sich die Zeiten für schwarze Sportler verbessert haben.

Da hilft auch nicht das gute Zureden seiner Frau.Denn die erkennt durchaus das Talent ihres Sohnes. Und sie weiß, dass Cory in seinem Vater sein großes Vorbild sieht. Eigentlich will er doch nur in die Fußstapfen seines Vaters treten. Troy aber will von alledem nichts wissen.

O-Ton:

Troy: Ich will nicht, dass er so wird wie ich. Ich will, dass sein Leben so anders läuft wie nur möglich. [...]

Rose: Du kannst niemand anderes sein als der, der du bist, Troy. Das ist alles, was du hast, um dich mit der Welt da draußen zu messen.

Troy sieht nicht die Möglichkeiten, die sich seinem Sohn auf Umwegen bieten.

Stattdessen befiehlt er seinem Sohn, den Sport aufzugeben. Doch der macht heimlich weiter. Als sein Vater das herausfindet, entbrennt ein Familienkonflikt.

O-Ton:

Cory: Was hast du mir je gegeben.

Troy: Deine Füße, deine Knochen, dein schlagendes Herz.

Cory: Du hast mich immer nur zurückgehalten, weil Du Angst hattest, ich werd mal besser als du.

Es nimmt die Zuschauer regelrecht mit zu sehen, wie Troy gefangen ist in den Konflikten seiner Generation; wie die verpassten Chancen und Enttäuschungen einen Panzer um seine Ambitionen gebaut haben, um seinen Traum von einem besseren Leben.

O-Ton:

Es ist nicht einfach für mich zuzugeben, dass ich nach 18 jahren immer noch an der selben Stelle stehe. Rose: Und ich stehe auch da, wo du stehst [...]. Ich habe auch ein Leben. [...] Denkst Du, ich hatte keine Träume und Hoffnungen? Was ist mit meinem Leben? Was ist mit mir?

Ja, es trifft wohl zu, dass manche Menschen Zäune bauen, damit Leute nicht rein können. Die Rassentrennung in den USA war so ein Zaun, ein unüberwindbares Hindernis. Menschen wie Troy haben darunter gelitten. Der Film zeigt, dass einer wie er nun alles daran setzt, selbst solche Zäune zu bauen, damit andere, nicht raus können – raus ins Leben.

Damit setzt Troy alles aufs Spiel, was ihm noch bleibt: die Aussicht, ein guter Vater und ein guter Ehemann zu sein. „Was passiert mit einem aufgeschobenen Traum?“

„Fences“ handelt von solchen aufgeschobenen oder zerbrochenen Träumen.

Menschen können dadurch verbittern und anderen selbst nur noch Steine in den Weg legen.

Der Film bietet aber auch eine andere Perspektive. Es steht mir frei, mich mit dem Vergangenen auszusöhnen und nach vorne zu schauen, darauf, was noch alles kommen kann. Denn die Bedingungen im Leben könnten sich jederzeit ändern – und diese Chance sollte ich mir und anderen immer gewähren.

„Fences“ zeigt mir, dass es nicht nur die Zäune von außen sind, die überwunden werden müssen. Abrüstung muss mindestens genauso bei den inneren Zäunen anfangen.

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