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Kirche in WDR 2 | 28.02.2015 | 05:55 Uhr

Kinoverkündigung: Still Allice

O-Ton Arzt: Keine cerebralen Durchblutungsstörungen, keine Hinweise auf einen Schlaganfall, kein Tumorverdacht.

Ally: Gott sein dank. Arzt: Und ihre Blutwerte sind auch unauffällig. Was mir allerdings Sorgen macht, sind die Gedächtnistests, die wir bei ihnen durchgeführt haben. Die zeigen vereinzelte Gedächtniseinbußen, die in keinem Verhältnis zu ihrem Alter stehen. Und es gibt Anzeichen dafür, dass ihre geistige Leistungsfähigkeit weiter abnimmt."

Wie geht es einem, wenn man nach und nach die Kontrolle über sich verliert, wenn die Orientierung nachlässt; oder plötzlich die einfachsten Wörter nicht mehr greifbar sind? Mit der Diagnose Alzheimer zu leben, ist nicht nur eine Herausforderung, es ist eine Existenzfrage.

Alzheimer, Demenz – diese Krankheiten um den Verlust des Geistes, treffen einen Nerv in der Gesellschaft. Kein Wunder also, dass dieses Thema in letzter Zeit verstärkt im Kino zu sehen ist. Nach „Honig im Kopf“ startet in der kommenden Woche der US-Film „Still Alice“.

Dr. Alice Howland: eine junge, erfolgreiche Sprachwissenschaftlerin, sieht sich unerwartet mit der Alzheimer-Diagnose konfrontiert. Das ist nur schwer vorstellbar, auch für ihren Mann John:

O-Ton: „Etwas stimmt nicht mit mir: John: Ok, also, wenn du mich fragst, ist das alles lächerlich, absoluter Blödsinn.

Ally: Herrgott, nochmal, verdammt, warum nimmst du mich nicht ernst? Ich weiß, was ich fühle, ich weiß, wie sich´s anfühlt. Es ist, als ob mein beschissenes Hirn verrecken würde. Und alles, wofür ich mein gesamtes Leben gearbeitet habe, geht verloren. Es geht alles verloren."

Die Krankheit der dreifachen Mutter wird zur Bewährungsprobe für die ganze Familie, ja auch zu einem Wechselbad der Gefühle; es werden Pläne geschmiedet für die eigene verbleibende Zukunft und die der Kinder. Doch eines lässt sich immer weniger bestimmen:

O-Ton „Wie fühlt es sich an? Ich habe mich immer sehr definiert über meinen Intellekt, meine Sprache, meine Ausdrucksfähigkeit. Jetzt hängen die Wörter manchmal direkt vor mir, in der Luft, aber ich kann sie nicht erreichen und ich weiß nicht, wer ich bin. Und und nicht, was ich als nächstes verliere.

Die Frage nach ihrer Identität wird für Alice zur Frage, mit der letztlich alles steht und fällt.

O-Ton: „Ich kämpfe: Wer nimmt uns ernst, wenn der Mensch, der wir einst waren, sich immer weiter entfernt? Unser seltsames Verhalten, unser hilfloses Ringen um Worte verändert, wie wir von anderen wahrgenommen werden.

Und auch wie wir uns selbst wahrnehmen.

Wir wirken auf einmal lächerlich, inkompetent, komisch."

Wer bin ich? Und wer nimmt mich an, wie ich bin? Ich denke, das sind Fragen, in denen jeder für sich irgendeine Gewissheit braucht, um leben zu können. Sie stellen sich nicht erst einem an Alzheimer erkrankten Menschen. Aber gerade wer merkt, dass er auf eine Art sein Leben aus der Hand geben muss, schöpft Kraft, so einen Satz zu hören: Ich will dich so, wie du bist – und ich will auch noch den, der du einmal sein wirst.

Im Film wandelt sich in Alice dank so einer Erfahrung ihre anfängliche Resignation in kämpferische Zuversicht; sie will weiter am Leben teilhaben – so mühsam das ist. Denn selbst wenn der Geist eines Menschen allmählich schwindet; er bleibt doch der Gleiche; so bleibt auch Alice „still Alice“.

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