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Kirche in WDR 2 | 20.05.2015 | 05:55 Uhr

Kirche voll auf Wangerooge

Vor einigen Wochen war ich auf der Insel Wangerooge. Aber nicht im Urlaub, sondern auf Exerzitien. Religiöse Besinnungstage also. Ich wollte mich etwas sortieren. Ich habe das das erste Mal gemacht und offen gestanden: ich hatte nicht allzu viel erwartet, außer schönes Wetter und etwas „Runterkommen“, am besten am Strand.

Auf der Insel gibt es eine katholische Kirche und im Programmheft stand: 7.30 Uhr: Einstieg in den Tag. Also bin ich hingegangen. Gemütlich – ich hatte ja nicht erwartet, dass da zu dieser Uhrzeit viel los ist.

Ich dachte: Da sitzt du gleich wahrscheinlich mit zwölf alten Frauen. Deren Rollatoren stehen am Eingang und der Pastor bemüht sich, der Sache Schwung zu geben. Er ist seit über 20 Jahren auf Wangerooge und alle, die ich kenne, meinten, ich muss ihn unbedingt mal erleben.

Und dann das: Als ich um kurz vor halb acht in die Kirche kam, fand ich noch einen letzten Sitzplatz – hinter einer Säule, gequetscht neben über 300 Leuten. Hinten standen noch weitere zwanzig.

Es ging los. Anstelle des Pastors trat ein junger Mann mit Kapuzenpulli ans Mikro und meinte: „Ja, also, ich werde Sie heute beim Singen ein bisschen dirigieren. Wir üben das jetzt mal. Erst die linke Seite, dann die rechte…“ Als nächstes las eine Frau einen kurzen Bibeltext vor. Dann folgte ein Gedicht. Dann sangen wir wieder. Das Ganze lief ohne Zettel oder Liederbücher. Denn in der Kirche steht ein alter Overhead-Projektor.

Die Leute haben gesungen, was das Zeug hält. Ich habe mich immer wieder umgeguckt, wo wohl der tolle Pastor ist. Kurt Weigel, der Pastor, machte gar nichts – außer in einem alten Wollpulli und Jeans hinten am Klavier sitzen und hin und wieder ein Lied begleiten.

Was macht diese Kirche wohl so voll, habe ich mich gefragt. Warum kommen die Leute hierhin, obwohl fast überall die Bänke leerer werden?

Ich glaube, sie alle haben eigene Antworten. Eine davon ist sicher: Pastor Weigel hat sie seit einem Vierteljahrhundert eingebunden. Er hat mit ihnen zusammen das Programm und die Gottesdienste geplant. Er hat sie ernst genommen, ob beim Gespräch im Strandkorb vor dem Pfarrhaus oder bei ihren Zweifeln.

In diesem Jahr verlässt er Wangerooge und geht ins Bistum Mainz. Glück auf, mein Lieber!

Bildrechte: wiebering (flickr) CC BY-SA 2.0

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