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Kirche in WDR 3 | 24.03.2018 | 07:50 Uhr

Kirchenmultikulti

Guten Morgen!

Sonntagmorgen in der Gemeinde St. Peter Offenbach. Die Gemeinde singt „Gott führt sein Volk zusammen rings auf dem Erdenrund, eint sie in Christi Namen zu einem neuen Bund“. Das ist Nr. 477 im katholischen Gotteslob, in vielen Gemeinden ein gern gesungener Klassiker. Hier in St. Peter passt es. Vor kurzem bin ich wegen eines Weiterstudiums zumindest zeitweise nach Offenbach gezogen. Ich staune nicht schlecht an diesem Morgen. Hier singen und beten Gläubige aus zahlreichen Nationen und Kulturen zusammen. Für so eine kleine katholische Erdversammlung ist diese Stadt auch ein ziemlich geeigneter Ort. Denn Offenbach hat den höchsten Ausländeranteil in ganz Deutschland: 37 % der Bevölkerung haben keinen deutschen Pass, Menschen aus 152 Nationen leben hier.

Und so sitzen an diesem Morgen in den Kirchenbänken Alteingesessene, Menschen mit osteuropäischem Akzent, dunkelhäutige Frauen, Männer und Kinder aus Afrika, den Philippinen oder der Karibik. Und alle zusammen feiern sie Gottesdienst. Als Lesungstext aus der Bibel steht an diesem Sonntag dann auch noch die Völkerwallfahrt zum Zion auf dem Programm. Über diese endzeitliche Vision berichtet das Alte Testament im Buch Jesaja. Passender geht´s kaum. Denn dort verheißt Gott allen Völkern am Ende der Zeiten Rettung und Heil. Der Prophet Jesaja bemüht starke Bilder: von erlesensten Weinen ist die Rede und von feinsten Speisen. Ein Fest als Symbol für den ewigen Frieden. Später im Gottesdienst dürfen die Kinder zum Vater Unser nach vorne um den Altar kommen. Der Pfarrer sagt augenzwinkernd: „Wir hier in St. Peter sind ja schon so was wie ein Völkerfamilie.“

Ist Offenbach also der neue Berg Zion, der Ort für den perfekten Sonntagvormittag? Naja, ich will jetzt mal nicht übertreiben und bei der Wahrheit bleiben. Das schon etwas in die Jahre gekommene Kirchengebäude war gerade mal knapp zur Hälfte gefüllt, der Gesang auch nicht gerade doll und die lärmenden Kinder verursachten bei der schlechten Akustik doch eine ziemlich große Unruhe. Die Völkerwallfahrt am Ende der Zeiten stelle ich mir doch noch einige Nummern bombastischer vor. Aber all das zählte an diesem Morgen nicht. Für mich war es ein besonderes Erlebnis, Teil dieser Vielfalt an Menschen zu sein: vereint in Christi Namen wie es im Lied vom Anfang heißt. Ich bin jedenfalls ganz beschwingt nach Hause gefahren – das ist nicht nach jedem Gottesdienst so. Aber heute war ich schon ziemlich stolz auf meine Kirche. Denn sie schafft es nicht nur auf Konzilen oder Synoden mit Bischöfen aus allen Teilen der Erde Weltkirche zu sein, dachte ich mir, sondern auch im Kleinen: in St. Peter Offenbach.

Bestimmt werde ich wiederkommen. Und ich bin mir sicher: es gibt noch viele andere Gemeinden, in denen sonntagmorgens ähnliches passiert.

Ich wünsche ihnen solche menschenverbindenden Erfahrungen, innerhalb und außerhalb von Kirchen,

Ihr Pastor Simon Schwamborn aus Lippstadt und Offenbach

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