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Sonntagskirche | 12.08.2018 | 08:55 Uhr

Kirchentourismus mal anders

Es ist Ferienzeit und auch ich habe gerade Urlaub. Vielleicht waren sie schon weg, oder es geht demnächst erst los? Mal etwas Anderes sehen, einfach mal raus aus dem Alltag, das tut gut.

Auf meinen Reisen habe ich auch schon viele bekannte Kirchen besucht, zum Beispiel die Kathedralen von Chartre und Reims, die St. John Cathedrale in Limerick, natürlich den Petersdom und Santa Maria Maggiore in Rom, den Papstpalast in Avignon und und und. Ich bin Kunstinteressiert und mich faszinieren unterschiedliche Baustile, bunte Glasfenster, Heiligenfiguren und vor allem Mosaike. Aber heute ist Sonntag und da besuche ich fremde Kirchen aus einem anderen Grund.

Wenn ich im Urlaub bin, dann frage ich mich am Sonntag: Gehe ich heute in die Kirche, oder mache ich auch mit dem sonntäglichen Kirchgang einfach mal Urlaub?

Ich gebe zu, manchmal hängt es davon ab wie früh schon die Sonntagsmesse stattfindet.

Aber eigentlich finde ich es super spannend den Gottesdienst in der Fremde zu besuchen.: Wie treffe ich Gott in dieser Kirche? Gott in einer mir fremden Kirche zu besuchen ist nochmal ein ganz anderer Blick. Zur Messe gehe ich aber nicht in touristisch bedeutsame Kathedralen, sondern zur Messe gehe ich in Kirchen, die eher alltäglich für die Menschen vor Ort sind. Zu Hause, da kenne ich den Kirchraum und weiß was mich erwartet. In der Fremde ist das ein kleines Abenteuer. Ich bin schon in eine Kirche gegangen, die von außen prunkvoll aussah und im Inneren dann eher karg und schmucklos eingerichtet war. Aber auch umgekehrt: Es gab kleine unscheinbare Kirchen, die im inneren echte Schmuckstücke sind.

Ein Kirchenbesuch an den ich mich gerne erinnere war in einer ganz kleinen Kirche in einer Seitenstraße von Sevilla. Ich war zur Vorabendmesse am Samstag hingegangen, die Kirche hatte ich tagsüber beim Bummeln durch die Stadt entdeckt. Sie lag einfach so zwischen den Häusern in eine Straßenzeile eingebettet. Und dann saß ich da auf einer Holzbank, die sich viel zu klein anfühlte, es roch nach Kerzenwachs und ein Hauch Weihrauch lag in der Luft. Es waren nur ungefähr fünfzehn andere Besucher dort, zehn davon waren ältere Frauen, alle in andalusischer Tracht. Ich kam mir irgendwie fehl am Platze vor und natürlich völlig underdressed. Dann begann die Messe und obwohl ich kein spanisch spreche, erkannte ich die Abläufe wieder. In Gedanken sprach ich die Gebete mit und plötzlich verschwand das Gefühl von „fehl am Platz zu sein“. Ich weiß, dass Gott mich versteht, das reicht. Meine stillen Gebete hört Gott überall und noch besser: Ich bin in jedem seiner Häuser willkommen, egal wo auf der Welt, egal wie fremd ich mich in der Stadt fühle, bei Gott bin ich nie fremd, er kennt mich. Das ist ein schönes Gefühl.

Ich bin mal gespannt, was ich in diesem Urlaub für eine neue Kirchen-Erfahrung mache. Ich wünsche Ihnen eine schöne Urlaubszeit und vielleicht besuchen auch sie mal Gott woanders, vielleicht auch einfach mal im Nachbarort.

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