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Kirche in WDR 3 | 15.05.2015 | 07:50 Uhr

Klaas

Guten Morgen! Um Christ zu sein und bei Gott im Himmel geborgen, muss man nichts Großartiges leisten. In der Bibel heißt es: „Selig sind, die da geistlich arm sind: denn ihnen gehört das Himmelreich!“ (Matthäus 5,3) Und wenn ich diesen Satz höre, fällt mir unwillkürlich Klaas ein. Ach ja, Sie werden ihn nicht kennen. Wer war er denn? Er war behindert. Körperlich und geistig. Manche Entwicklung hatte bei ihm nicht stattgefunden. Aber er hatte ein echtes Zuhause, zusammen mit seinen Geschwistern. Besser konnte er nicht aufgehoben und versorgt sein. Da erlebte er Verlässlichkeit und Zuwendung. Er hatte überschaubare Aufgaben und bekam Anerkennung. So war er zumeist ein fröhlicher und zufriedener Mann. Nur wenn jemand seine Situation ausnutzen wollte, um ihn zu ärgern, konnte er grantig werden.

Jeden Sonntag saß er in der Kirche im Gottesdienst. Wie viel er intellektuell von dem Gesprochenen aufnahm, weiß ich nicht. Aber er hatte zu allen Pastoren seine deutliche Meinung.

Was mich am meisten beeindruckte, war seine Treue, mit der er seinen Platz besetzte. Und bis die Orgel in der kleinen Dorfkirche einen Elektromotor erhielt, war er der Windmacher gewesen. Also der, der mit einem Blasebalg dafür sorgte, dass die Orgel genug Luft zum Klingen bekam.

Sommer und Winter, das ganze Jahr hindurch, war er jeden Sonn- und Feiertag mindestens eine halbe Stunde vor Gottesdienstanfang da. Und sobald der Organist Bedarf meldete, trat er kraftvoll und regelmäßig den Blasebalg. Wie wichtig und zuverlässig sein Dienst war, merkte die ganze Gemeinde als er doch einmal krank war und der Vertreter nicht aufpasste, für wie viele Liedstrophen er Wind machen musste. Er stoppte zu früh und als die Orgel gerade zum letzten Lobpreis ansetze, ging ihr jammernd die Luft aus.

Nein, Klaas war nicht reich begabt. Dass er Vieles nicht konnte, war ihm sehr wohl bewusst. Und er wusste auf eine merkwürdige Weise auch, dass ebenso all die anderen um ihn her, die wichtigen Leute in der Kirche und im Dorf, auch der Doktor und der Bürgermeister und der Pastor, dass sie alle vor Gott arm waren. Nichts vorweisen konnten. Dass alle darauf angewiesen waren, dass Gott sie annahm und ihnen eine Geborgenheit gab. Da waren sie alle nicht anders dran als Klaas selbst. Auch sie konnten sich nur als geistlich Arme Hoffnung auf das Himmelreich machen.

Nein, so hätte er das sicher nie sagen können. Aber er wusste: Auch ich habe meinen Platz. Auch ich werde gebraucht. Und in dem, was Klaas konnte, war er treu.

Mir fällt eine Geschichte ein, in der Jesus davon spricht, was zuletzt zählt und wie die Bilanzen unserer Lebenserträge vor Gott einmal aussehen mögen. Da lässt Jesus in seiner Geschichte den Herrn zum Arbeiter sagen: „Du bist über wenigem treu gewesen, ich will dich über viel setzen; geh hinein zu deines Herrn Freude!“ (Matthäus 25,23)

Nein, um Christ zu sein und bei Gott im Himmel geborgen, muss man nichts Großartiges leisten, nicht viel Wind und Wirbel machen. Gut ist: das Seine tun – zur Ehre Gottes, zur rechten Zeit am rechten Ort.

Aus Bonn grüßt Sie Pfarrer Eko Alberts.

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