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Kirche in WDR 2 | 23.01.2015 | 05:55 Uhr

Können wir mal eben Möbel ausdrucken

Können wir mal eben unsere neuen Möbel ausdrucken? Das ist keine Frage aus einem Science Fiction Film. Das gibt es tatsächlich schon. Wir richten uns in Zukunft mit Stühlen und Tischen aus dem 3-D-Drucker ein. Davon träumen jedenfalls Designer und Architekten. Auf den Prototyp eines Stuhls muss man allerdings zwei Wochen warten. In Amsterdam wird gleich ein ganzes Haus ausgedruckt. Alle Bauteile fertigt ein 3,50 Meter hoher 3-D-Drucker aus flüssigem Kunststoff. Bezugsfertig soll das Haus in drei Jahren sein. Zu lange finden die Wissenschaftler und tüfteln schon an Maschinen, die ein Haus in 24 Stunden errichten sollen.

Der Traum vom Eigenheim als ein Wochenendprojekt. Schöne neue Welt. 3-D-Drucker sind der neue Hype. Der Backofen wird abgelöst vom Kochdrucker, der die Nudeln frisch herstellt und gleich mit Biotomatensauce versieht. Im Keller rumpeln Materialdrucker für Schrauben und Dübel für den Hausgebrauch. In der Autowerkstatt ist Schluss mit langen Lieferzeiten für Ersatzteile, sie werden vor den Kunden hergestellt. Möbel kauft man als flockige Materialmischung.

Stehen wir vor einer neuen industriellen Revolution? Weg von der organisierten Massenproduktion hin zum heimischen Do-it-Yourself dank raffinierter Technik? Die einen schwärmen schon heute von den möglichen Umweltvorteilen. Lagerung und Transporte werden vermieden, Überproduktionen verhindert, Materialien eingespart. Und auch der Welthunger kann „einpacken“. Teure Apparate verwandeln Algen, Käfer und anderes zu hochwertigen Eiweißbomben für die Menschen in den Entwicklungsländern.

Paradiesische Zustände und Heilsverprechungen „made in Industrieland“. Klingt zu gut und macht mich misstrauisch.

Klar, derzeit sind die meisten 3-D-Drucker unbezahlbar für den Normalverdiener. Dass die Preise fallen werden, ist aber so sicher wie das Amen in der Kirche. Genauso sicher ist, dass wir in eine weitere Konsumfalle tappen werden. Dabei braucht Welt nicht mehr Plastik und nicht mehr reparaturanfällige Maschinen für den Privatbereich. Nachhaltige und nachwachsende Rohstoffe wie Holz können die 3-D-Drucker aber nicht verarbeiten. Schlecht für unsere Erdölvorkommen. Schon heute stehen in unseren Haushalten unzählige Geräte, die wir kaum nutzen. Ob zwanzig selbst ausgedruckte Schrauben pro Jahr eine positive Ökobilanz ergeben, bleibt zu bezweifeln. Dass Ingenieure und Designerinnen bessere und klügere Produkte herstellen wollen, bewundere ich. Aber in Sachen Heilsversprechen, gilt nach wie vor die alte Handwerkerweisheit: Schuster bleib bei deinem Leisten.

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