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Kirche in WDR 2 | 24.11.2017 | 05:55 Uhr

Krebsmedikamente gepanscht

Ich frage mich, wie kann das sein! Angeblich ist das niemandem aufgefallen. Alle fanden das normal. In Bottrop. Dass er – dieser eine Mensch, der die Alte Apotheke betrieb, so stinke reich war. So reich, dass er in einer 10 Millionen teuren Villa lebte, die halbe Innenstadt aufkaufte und ein Medi City gründete. Wie kann das sein, dass die anderen Apotheker nicht gefragt haben: Warum ich nicht? Dass die Ärzte sich das nicht gefragt haben. Die Anwälte – all jene, die doch in derselben Liga spielen wie dieser eine – der übergewichtige Glatz- köpfige Apotheker vom Eck.

Ich verstehe es nicht. Wie viele müssen da weggeschaut haben und warum???

Ok, die von der Stadt haben die Klappe gehalten. Weil: Er war ja „Ach- so - spendabel“. Allein das Hospiz hat er mit einem sechsstelligen Betrag finanziert – in Zahlen mit knapp 100.000 Euro. Von den anderen Wohltaten ganz zu schweigen. Bis hin zu der Kunst von Udo Lindenberg, die noch bis vor kurzem die Amtsstube des Oberbürgermeisters zierte. Was auf dem Bild nicht fehlen durfte: Die Alte Apotheke.

Wie kann das sein, dass niemand sich gefragt hat, wo sie herkommen, die Millionen.

Und jetzt sind alle baff erstaunt, dass der Apotheker vor Gericht steht. In über 60.000 Fällen soll er Krebsmedikamente gepanscht haben. 4.500 Menschen sind potenziell betroffen – oder doch 7.000 nach neusten Recherchen - in mehreren Bundesländern. Die ersten sind schon gestorben – weil sie wahrscheinlich zu niedrig dosierte, gepantschte, gestreckte, verunreinigte Medikamente bekommen haben. Es wurden Infusionen beschlagnahmt, die bestanden zu 100 Prozent aus Kochsalzlösung. Angeklagt ist er aber wegen Betrug – die Kassen wollen ihre Kohle zurück. Und was ist mit den Opfern?

4.500 Menschen sind betroffen, die ersten sind schon tot. Man wird nie nachweisen können warum – war es diese tückische Krankheit oder die Raffgier und Bosheit des Beschuldigten. Und jetzt? Passiert nichts. Viereinhalb Tausend Menschen können bei einer hotline anrufen, um zu fragen, ob sie betroffen sind. Und dann? Wo sollen sie sich hinwenden? Wo werden sie fachlich beraten? Die behandelnden Ärzte bedanken sich. Wie sollen sie das zeitlich geregelt kriegen? Sie haben alle Hände voll zu tun. Im Krankenhaus und in der Praxis.

Neulich sagte ein Journalist von correctiv, wenn ein Flugzeug abstürzt wird den Überlebenden geholfen. Und hier – bei den bislang noch Überlebenden eines der größten Medizinskandale seit 45 passiert einfach gar nichts. Da gibt es keinen Krisenstab, keine Anlaufstelle für Betroffene und Angehörige. Niemand kümmert sich um sie, es gibt keine medizinische, keine juristische und auch keine psychologische Beratung.

„Das, was du einem meiner geringsten Brüder oder Schwestern angetan hast, hast du mir angetan“. Hat Jesus einmal gesagt. Jesus hat leere Infusionsbeutel bekommen – ohne Medikamente – mit Kochsalzlösung. Interessiert vielleicht auch niemanden, oder doch? Vielleicht die, die noch ein C in ihrem Namen tragen. Wie auch immer.

Spätestens heute sollte sich jeder mal fragen – was jetzt passieren muss. Beim Land, bei der Kirche, bei ihm ganz persönlich. Damit die Brüder und Schwestern sich nicht im Stich gelassen fühlen. Die Opfer eines der größten Medizinskandale seit 1945.

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