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Kirche in WDR 4 | 14.03.2015 | 08:55 Uhr

„Lauter Güte und Huld“

Guten Morgen !

Heute ist Samstag. Heute arbeiten Sie nicht - wenigstens die meisten von Ihnen. Heute haben Sie frei. Und morgen am Sonntag haben Sie auch frei. Ein freies Wochenende also. Und Ihre Arbeitgeber haben auch frei und lassen Sie heute in Ruhe. Sie können tun und lassen, was Sie wollen, mehr oder weniger natürlich. Falls sie nicht noch alles Mögliche erledigen müssen, was unter der Woche liegen geblieben ist: ein Großeinkauf beim Diskounter, oder Autowaschen oder irgendetwas reparieren, was kaputtgegangen ist. Wenn das alles nicht nötig ist, dann haben Sie wirklich frei: eine freie Zeit einen freien Raum für sich und all jene mit denen Sie zusammen leben. So hat es die jüdisch-christliche Tradition gemeint, als sie den Sabbat, bzw. den Sonntag einführte. Der Sabbat schenkte den Menschen 24 Stunden Freiheit, Abstand von allem. Dafür aber zurückblicken, anschauen und feiern, was lebt. Feierabend also.

Was werden Sie tun, wenn Sie sich wirklich frei gemacht haben. Frei von allem, was den Alltag so ausmacht . Sie könnten sich mit zwei Fragen beschäftigen, für die Sie unter der Woche vermutlich wenig Zeit haben: Zum einen könnten Sie der Frage nachgehen, was tut mir gut? Und zum anderen könnten Sie sich fragen: was hält mich, was trägt mich eigentlich, auf welchem Boden stehe ich, worauf verlasse ich mich?

Mit beidem beschäftigt sich der Beter von Psalm 23, wenn er sagt: „Lauter Güte und Huld werden mir folgen, solange ich lebe“. Güte und Huld ! Er muss nicht fragen, er weiß es, er hat Gewissheit. Statt all der inneren und äußeren Antreiber, die er sicher genauso gekannt hat wie wir, fühlt er sich gehalten: das nennt er Huld. Und statt der inneren und äußeren Bedrängnisse, die das Leben so anstrengend machen, spürt er, was ihm gut tut: das nennt er Güte. Güte und Huld sind für den Beter wie zwei willkommene Begleiter seines Lebens anstelle der sonst üblichen Antreiber. Wie kommt er dazu? Wo findet er sie?

Der Beter lebt und arbeitet anders als wir. Er funktioniert nicht nur. Er gehorcht nicht nur einem System, das funktionieren muss. Er ist ganz da in seiner ureigenen Lebendigkeit. Er spürt sie. Er spürt, dass er lebt und wie er lebt. Und er spürt, dass er diese Lebendigkeit nicht aus sich selbst heraus hat, dass er in ihr mit allem verbunden ist, was lebt. Und er spürt darin den gemeinsamen Ursprung allen Lebens. Für den biblischen Menschen ist der Ursprung allen Lebens der, den er den Lebendigen nennt. Ein Jemand, mit dem er sprechen kann, an den er sich wenden kann und der sich seinerseits allem zuwendet, wie es die Sonne tut. Ein Name für Gott.

„Lauter Güte und Huld werden mir folgen, so lange ich lebe. Und im Hause Jahwes darf ich wohnen, solange ich lebe“. Wer so betet, fühlt sich zu Hause. Er ist bei sich selbst zu Hause und er ist bei Gott zu Hause. Das ist kein Widerspruch und kein Konkurrenzverhältnis. Ganz bei sich selbst sein und ganz beim anderen sein und ganz bei Gott sein. So ist der Mensch ein Ganzes. So ist er ganz zu Hause angekommen.

Dass Sie sich heute freuen können an allem, was Ihnen gut tut. Und dass Sie anderen Menschen gut tun. Das wünscht Ihnen Friedhelm Mensebach, Pfarrer aus Köln.

Copyright Vorschaubild: Public Domain Pixabay

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