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Choralandacht | 04.02.2017 | 07:50 Uhr

Licht, das in die Welt gekommen (eg 552)

Musik 1 lk

Autor:

Die Welt ist ein dunkler Ort, glaube ich. Nicht nur, weil ich Herbst und Winter nicht mag. Zu nass, zu kalt, zu grau und zu dunkel ist mir seine Atmosphäre. Und auch nicht nur, weil Staatenführer in den letzten Herbst- und Wintermonaten nach rechts außen abrutschten und dafür auch noch Beifall bekamen. Nein, ich glaube, das war schon immer so. Licht und Finsternis, hell und dunkel waren schon immer auch Bilder für Lebenserfahrungen und Weltdeutungen. Der Schöpfungsbericht in der Bibel erzählt:

Sprecher:

Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde war wüst und leer und es war finster auf der Tiefe. Und Gott spach: es werde Licht! Und es ward Licht. Und Gott sah, dass das Licht gut war. Da schied Gott das Licht von der Finsternis.

Autor:

Gott schied das Licht von der Finsternis, aber er zerstörte die Finsternis nicht. Deshalb denke ich, dass alles, was ist, diese uralte Dunkelheit des Anfangs noch in sich trägt.

Musik 3

Strophe 1: Licht, das in die Welt gekommen, / Sonne voller Glanz und Pracht, / Morgenstern, aus Gott entglommen, / treib hinweg die alte Nacht, / zieh in deinen Wunderschein / bald die ganze Welt hinein.

Autor:

Kennen Sie übrigens Luzifer? Der Name steht heute auch für Satan oder Teufel. Aber die ursprüngliche Bedeutung ist Lichtbringer und war ein poetischer Name für den Morgenstern. Erst die frühe christliche Mythologie machte daraus einen gefallenen Engel, der aus Ungehorsam aus dem Himmel in die Dunkelheit geworfen wurde. Vom Lichtbringer zum Höllenfürsten – was für eine Demütigung.

Musik 1

Autor:

Aber ganz so ohne Lichtbringer wollte uns Gott dann doch nicht lassen. Er selbst verließ den lichten Himmel, um aus reiner Liebe mit seinen Menschen als Mensch neu zu beginnen. Nicht in den hellen Regierungsvierteln voller wichtiger Leute, sondern in einem einsamen dunklen Stall inmitten ein paar armseliger Hirten. Vor ein paar Wochen haben wir das gefeiert – allerdings nicht so leise, so nachdenklich, vielleicht auch so dunkel, wie es angebracht gewesen wäre. Sondern – mich selbst eingeschlossen – wie immer eher laut, ziemlich hell und richtig teuer: 220 Millionen Euro hat uns die Weihnachtsbeleuchtung im Jahr 2015 gekostet. Aber: jetzt ist alles wieder ausgeschaltet und abgebaut. Und mit dem morgigen Sonntag, dem letzten nach Epiphanias, endet auch der christliche Weihnachtsfestkreis. Und die Welt wird wieder zu dem dunklen Ort, der sie für mich immer war und den ich mit noch so vielen Lichterketten nicht wirklich aufhellen könnte.

Musik 2

Autor:

Die frühen Christen wussten das – auch ohne, dass sie schon Lichterketten kannten. Sie setzten deshalb auch eher auf ein anderes, ein inneres Licht. Tatsächlich hielten sie den Namen Luzifer eine zeitlang für einen Beinamen von Jesus Christus:

Sprecher:

„Umso fester haben wir das prophetische Wort, und ihr tut gut daran, dass ihr darauf achtet als auf ein Licht, das da scheint an einem dunklen Ort, bis der Tag anbricht und der Morgenstern aufgeht in euren Herzen.“

Autor:

So heißt es im 2. Petrusbrief. Hier wird eine Hoffnung laut, die über Jahrhunderte hinweg bis in unsere moderne Zeit hinein getragen hat.

Musik 2

Musik 3 – Choral Strophe 1

Licht, das in die Welt gekommen, / Sonne voller Glanz und Pracht, / Morgenstern, aus Gott entglommen, / treib hinweg die alte Nacht, / zieh in deinen Wunderschein / bald die ganze Welt hinein.

Autor:

Dieser Choral stammt von Ewald Rudolf Stier, geboren im Jahr 1800 in Fraustadt in Schlesien, Pfarrer in Barmen, Privatgelehrter in Wittenberg, Superintendent in Eisleben, dort 1862 gestorben. In seine Jugendzeit fielen die Befreiungskriege gegen die französische Besatzung und wahrscheinlich hat er davon einiges mitbekommen. Auch seine Hoffnung zielt nicht auf weltliche Lichtgestalten, In-Ordnung-Bringer oder Erlösungsversprecher. Seine Knie möchte er nur vor einem beugen, sein Herz will sich nur einem öffnen: dem Morgenstern, Jesus Christus.

Musik 3 – Choral Strophe 2

Sprecherin:

Gib dem Wort, das von dir zeuget, einen allgewalt’gen Lauf, dass noch manches Knie sich beuget, sich noch manches Herz tut auf, eh die Zeit erfüllet ist, wo du richtest, Jesu Christ.

Ich finde es erstaunlich: dieses Lied von Ewald Rudolf Stier ist genau 190 Jahre alt und dennoch von hoher Aktualität in einem Europa, das immer mehr von Grenzen in den Köpfen und Zäunen um die nationalstaatlichen Eigeninteressen bestimmt wird, einem Europa, dem eine neue innere Eiszeit droht.

Sprecherin:

Wo du sprichst, da muß zergehen, / was der starre Frost gebaut; denn in deines Geistes Wehen / wird es linde, schmilzt und taut. / Herr, tu auf des Wortes Tür, / ruf die Menschen all zu dir.

Vielleicht wäre die Welt doch kein so dunkler Ort, wenn wir dem Licht des Morgensterns mehr zutrauen würden oder auch der Vision des Jesus von Nazareth von einer geeinten, friedlichen und gerechten Welt.

Sprecherin:

Es sei keine Sprach noch Rede, / da man nicht die Stimme hört, / und kein Land so fern und öde, / wo nicht dein Gesetz sie lehrt. / Laß den hellen Freudenschall / siegreich ausgehn überall.

Vielleicht könnte die Welt sogar zu einem freundlichen Ort werden, zu einer Heimat für viele, wenn das Licht des Morgensterns unsere Seelen stärkt, unseren Verstand schärft und unsere Schritte leitet:

Musik 3 – Choral Strophe 6

Sprecherin

Komm, erquick auch unsre Seelen, / mach die Augen hell und klar, / dass wir dich zum Lohn erwählen; / vor den Argen uns bewahr; / ja, lass deinen Himmelsschein / unsres Fußes Leuchte sein.

Sprecher:

Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde war wüst und leer und es war finster auf der Tiefe. Und Gott spach: es werde Licht! Und es ward Licht. Und Gott sah, dass das Licht gut war. Da schied Gott das Licht von der Finsternis.

„Umso fester haben wir das prophetische Wort, und ihr tut gut daran, dass ihr darauf achtet als auf ein Licht, das da scheint an einem dunklen Ort, bis der Tag anbricht und der Morgenstern aufgeht in euren Herzen.“

Sprecherin:

Licht, das in die Welt gekommen, / Sonne voller Glanz und Pracht, / Morgenstern, aus Gott entglommen, / treib hinweg die alte Nacht, / zieh in deinen Wunderschein / bald die ganze Welt hinein.

Gib dem Wort, das von dir zeuget, einen allgewalt’gen Lauf, dass noch manches Knie sich beuget, sich noch manches Herz tut auf, eh die Zeit erfüllet ist, wo du richtest, Jesu Christ.

Wo du sprichst, da muß zergehen, / was der starre Frost gebaut; denn in deines Geistes Wehen / wird es linde, schmilzt und taut. / Herr, tu auf des Wortes Tür, / ruf die Menschen all zu dir.

Es sei keine Sprach noch Rede, / da man nicht die Stimme hört, / und kein Land so fern und öde, / wo nicht dein Gesetz sie lehrt. / Laß den hellen Freudenschall / siegreich ausgehn überall.

Komm, erquick auch unsre Seelen, / mach die Augen hell und klar, / dass wir dich zum Lohn erwählen; / vor den Argen uns bewahr; / ja, lass deinen Himmelsschein / unsres Fußes Leuchte sein.

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