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Kirche in WDR 4 | 19.12.2016 | 08:55 Uhr

„Lichter Advent“

Guten Morgen. Heute biegen wir auf die Zielgerade der Adventszeit ein.

Kerzen haben Hochkonjunktur in dieser Zeit. Meist künstliche Lichterketten noch und nöcher und seit einiger Zeit Echtwachskerzen mit LED-Beleuchtung. Die LED-Birnen sind zwar nicht so schön warm wie eine echte Kerzenflamme, aber dafür rußfrei und sicher. Damit das vertrocknete Tannengrün nicht Flammen fängt, machen sie sich sogar auf dem Adventskranz breit… Dann entfällt allerdings das feierliche Anzünden der Kerze am Adventssonntag. Die LED-Kerze wird angeknipst.

Für viele sind die Adventskerzen sowieso nicht religiöse Symbolik, sondern „Überbrückungshilfe“: …erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier… Dann ist endlich Weihnachten oder besser: Geschenkezeit.

Und doch: Viele ziehen noch „echte“ Kerzen vor. Sie zünden Kerzen das ganze Jahr über an, zuhause oder in ihren Kirchen. Und nicht selten verbinden sie mit den flackernden Lichtern Gedanken an andere Menschen. An Menschen, die ihnen nahe sind, die in schweren Zeiten stecken, mit denen sie Streit haben, die sie lieben, die sie loslassen mussten…

Echte Kerzen haben keine magischen Kräfte. Aber sie haben eine Wirkung. Sie lösen Gedanken und Gefühle aus. Sie lösen Gedanken und Gefühle. Und die Kerzen auf dem Adventskranz? Vielleicht stehen und brennen sie in erster Linie für mich selbst. Ich zünde die Lichter an und frage mich: Was erwartest du von deiner Zukunft? Bist du eigentlich angekommen, wo du hinwolltest? Was ist aus den Menschen um dich herum geworden, deinem Partner, deinen Kindern? Wie ernst nimmst du deinen Glauben an Gott? Vertraust du ihm? Stellst du dein Leben in den Dienst des gesamten Lebens auf der Erde, so wie es der Schöpfer will? Fragen. Fragen, die besonders in Festzeiten Bedeutung bekommen, denn Feste sind immer auch Zeiten der persönlichen Standortbestimmung.

Festzeiten. Zeiten, in denen ich zurückschaue, um neu in die Zukunft zu sehen. Zeiten, in denen ich zu korrigieren suche, was mir unglaubwürdig an mir selbst erscheint. Zeiten, in denen ich das Schwache in mir schwach nenne und das Böse böse. Und in denen ich das Gute an mir gut nenne und das Sympathische sympathisch. Zeiten, in denen ich entscheide loszulassen, abzuschließen oder eine Ohnmacht auszuhalten. Adventszeit, Festzeit.

Zeit, meine Zeit einmal anzuhalten. Zeit, Licht zu entdecken, wo es finster scheint.

Die evangelische Theologin Tina Willms hat ihre adventliche Erfahrung in ein Gedicht fließen lassen:

Advent

Im Dezemberdunkel

tappe ich

meiner Sehnsucht hinterher.

So oft schon

ins Leere gefasst.

Durch Löcher gestolpert.

An dornigen Zweigen mir

das Hoffnungskleid zerrissen.

Da schweift am Horizont

ein Stern.

Als suche jemand die Erde ab.

Als hoffe er, im Lichtkegel

einen Verlorenen zu entdecken.

Einer hat sich

auf den Weg gemacht

zu mir.

(Quelle: gottesdienstinstitut-nordkirche.de/lyrik-advent-weihnachten-jahreswechsel)

Viel Licht in Ihrem Advent wünscht Ihnen Ihr Pfarrer Michael Opitz aus Düsseldorf.

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