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Kirche in WDR 3 | 03.06.2014 | 07:50 Uhr

Liebe muss mehr sein

Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer!

Wer die Liebe gefunden hat, hat das Glück gefunden. Verliebte Menschen sind glückliche Menschen – zumindest dann, wenn diese Liebe erwidert wird.

Aber was ist eigentlich diese Liebe, dieses Thema Nr. 1 der ganzen Welt? Wenn Sie die Zeitungen aufschlagen, werden Sie an jedem Tag irgendwo das Thema Liebe finden. Und wenn es nur der Bericht über die unglückliche Liebe eines Prominenten ist, - oder in den Partnerschaftsanzeigen, wo Menschen nach Liebe und Zuwendung suchen – und auch hoffentlich finden.

Das erste Lieben, das Verliebtsein, ist dabei zunächst eine spontan auftretende Emotion, ein Gefühl. Gefühle können wir kaum lenken. Ob mir jemand sympathisch ist oder nicht, dafür kann weder er noch ich etwas. Gefühle kommen und gehen. Für mich als Christ steht Liebe noch in einem anderen Zusammenhang. Jesus ruft mich dazu auf: „Liebe deinen Nächsten“, ja sogar: „Liebe Deine Feinde“. Was natürlich nicht bedeutet, dass wir uns alle sympathisch sein sollen. Aber eines ist für mich klar:

Liebe muss mehr sein. Mit dem Wort „Wohlwollen“ kommen wir der Liebe schon näher. Ich wünsche jemandem das gleiche „Wohl“, das ich für mich wünsche. Ich wünsche es nicht nur, ich will es auch. Hier kommt der Wille ins Spiel. Es geht um meine Entscheidung.

Ich setze mich für das Wohl des Anderen ein, und dabei bereitet mir das Ganze auch noch Freude. Wenn es dem anderen gut geht, geht es mir auch gut. Wohlwollen ist Kern jeder Form von Liebe. Und noch mehr: Wir leben alle jeden Tag vom Wohlwollen, das wir einander schenken. Wer dagegen dem Mitmensch mit der Haltung begegnet: „Jeder ist ein Schuft bis zum Beweis des Gegenteils!“, der wird nicht viele Freunde finden. Er wird auch kaum in der Lage sein, mit Arbeitskolleginnen und –kollegen vertrauensvoll zusammen zu arbeiten. Keine wie auch immer geartete Gesellschaft oder Gemeinschaft funktioniert, wenn Menschen einander nur mit Misstrauen begegnen. Erst durch Wohlwollen können wir einander verstehen, einander beistehen und auch einander ertragen. Daher denke ich: Das Gebot Jesu: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“, ist nicht nur ein Gebot für einige christliche Spezialisten. Es ist die Basis wirklichen menschlichen Zusammenseins.

Wohlwollende Nächstenliebe kann auch harte Arbeit sein. Leichter ist es, den Über-nächsten zu lieben, jenen mit dem ich eigentlich nichts zu tun habe, als jenen, dem ich täglich begegne. Wie kann das gelingen? Mein Vorschlag: Anfangen damit, jeden Tag, und wenn es sein muss jede Stunde und jede Minute. „Der Gerechte fällt siebenmal am Tag“ (Spr 24,16), heißt es im Alten Testament. Christsein bedeutet aufstehen, immer wieder, siebenmal und wenn es sein muss mehr. Liebe ist Thema Nr. 1. In der Tat, aber Liebe ist unendlich mehr als ein Gefühl.

Dass Sie auf diesem Weg gehen, das wünscht Ihnen Weihbischof Dominikus Schwaderlapp aus Köln.

(Copyright Vorschaubild: erix CC BY 2.0 flickr)

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