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Kirche in WDR 3 | 06.02.2014 | 07:50 Uhr

Liebe vergisst nicht

Autor: Guten Morgen liebe Hörerin, guten Morgen lieber Hörer,

irgendwie passen die knallblauen Turnschuhe nicht zu dem cremefarbenen Rock und den grauen Haaren, die der Wind ein wenig zerzaust hat. Elke steht mit ihrem Mann Lothar auf einem Bootssteg an einem See irgendwo in Litauen. Hinter ihnen der Wohnwagen, mit dem sie unterwegs sind.

Es ist ihre wohl letzte große Reise, denn Elke ist schwer krank. Obwohl man ihr das auf den ersten Blick nicht ansieht. Sie leidet an einer besonders schweren Form von Demenz. Sie kann nicht mehr sprechen und lebt in ihrer eigenen Welt. Längst hat sie die einfachsten Dinge vergessen: wie man kocht, wie man strickt, wie man sich anzieht. Und sie hat vergessen, dass sie einen Mann hat, drei Kinder, sechs Enkelkinder.

Mit dem Wohnwagen sind sie früher viel unterwegs gewesen und haben viel von der Welt gesehen. Noch einmal soll es so sein und sie machen sich auf den Weg nach Litauen, Lettland und Estland, quer durch Polen. Lothar will nicht einfach mit seiner Frau zuhause auf dem Sofa sitzen und Händchen halten. Er will Elke noch einmal etwas von der Welt zeigen. Auch wenn jeder Ausflug und Spaziergang unendlich anstrengend sein können. Lothar muss auf Elke aufpassen, wie auf ein kleines Kind.

Sprecher: „Durch die Krankheit ist meine Liebe zu Elke nur noch größer geworden. Sie braucht mich doch – und ich brauche sie. Wir gehören zusammen, auch wenn sie das nicht mehr weiß. Aber ich will es ihr jeden Tag immer wieder zeigen“.

Autor: Lothar und Elke leben es vor: Liebe heißt immer auch Verantwortung. Wer sich liebt, der übernimmt Verantwortung für den anderen, in guten und in schlechten Zeiten. Aber: Wer weiß schon am Beginn einer Partnerschaft, wie das gemeinsame Leben so wird? Welche Herausforderungen und welche Krisen gemeinsam zu bestehen sind? Liebe heißt: In den glücklichen Zeiten Händchen haltend durchs Leben tanzen und auch dann die Hand des anderen nicht loslassen, wenn Krankheit oder andere Krisen das Leben miteinander schwierig machen. Lothar bringt es für seine Ehe mit Elke auf den Punkt:

Sprecher: „Ja, es ist nicht immer einfach. Ich möchte zwischendurch auch mal einfach weglaufen. Aber dann schaue ich Elke beim Schlafen zu und bin wieder glücklich, dass wir zusammen gehören. Dann fällt mir unser Trauspruch ein, den der Pfarrer damals für uns ausgesucht hat: Gott ist die Liebe. Und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.“

Autor: Beeindruckend, wie Lothar seine Liebe zu Elke vorlebt. Immer noch liest er ihr jeden Wunsch von den Lippen ab und er weiß, dass ihnen beiden nicht mehr viel Zeit bleibt. Aber er ist davon überzeugt: Gott wird uns nicht vergessen. Gott ist bei uns und in unserer Liebe. Und diese Liebe ist stärker als die Demenz. Liebe ist sogar stärker als der Tod.

Lothar und Elke nehmen sich ganz oft in den Arm - einfach so. Elke lehnt sich gerne an Lothar an und manchmal kichert sie dabei verlegen wie eine verliebte Jugendliche. Auch solche Momente geben Lothar unheimlich viel Kraft.

Ihre letzte Reise mit dem Wohnwagen wird bald zu Ende sein. Lothar ist froh, das alles gemeinsam mit Elke erlebt zu haben. Und er wird auch weiter für sie da sein. Sie in den Arm nehmen, mit ihr lachen – bis zum letzten Augenblick. Alles Gute, ihr beiden – das wünscht Pfarrer Sven Dreiser aus Lövenich-Erkelenz.

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